Spitze oder Mittelmaß?

von Matthias Vogel

Lichterfelde. Ein richtungsweisendes Spiel haben die Fußballerinnen des FC Viktoria 1889 Berlin am heutigen Sonntag, 20. Oktober, zu bestreiten. Der aktuelle Tabellenzweite FC Phönix Leipzig gastiert im Rund am Ostpreußendamm. „Ein dickes Brett zu bohren“, findet Viki-Coach Roman Rießler. Dennoch steht seine Elf massiv in der Pflicht, möchte sie bei der Regionalliga-Musik bleiben.

Die spielt ja bekanntlich vorne und da haben es sich die beiden Leipziger Teams von RB und dem FC Phoenix so richtig schön bequem gemacht. 19 Zähler wurden unter dem Firmenlogo der koffeinhaltigen Limonade gesammelt, nur einen weniger schaufelte der Aufsteiger bereits auf sein Konto. Fünf Punkte dahinter die beiden besten Berliner Mannschaften vom 1. FC Union Berlin und eben vom FC Viktoria. Dazwischen rangiert auch noch der FFC Magdeburg (16). Patzen die Viki-Girls also heute, lägen bereits acht Punkte zwischen ihnen und dem FC Phoenix.

Das Duell Marlies Sänger (li.) und Marlene Haberecht wird es zunächst nicht geben, Sänger sitzt vermutlich zunächst auf der Bank. Foto: Matthias Vogel

Einfach ist es nicht, das Leipziger Dreigestirn Haberecht, Lübcke und Janitzki in den Griff zu bekommen. Das hat die Konkurrenz zu spüren bekommen. Obwohl alle um die Torgefährlichkeit der drei wissen, haben sie es bislang auf stolze 21 Treffer gebracht. Harald Planer, Coach des SFC Stern 1900, dessen Team gegen den Aufsteiger auf eigenem Geläuf mit 2:4 unterlag, berichtete von einer enormen Effektivität. Bis zur 47. Minute hatte das Trio quasi aus vier eher weniger klaren Torchancen vier Buden gezimmert, der Sturmlauf der Sterne konnte nur noch zur Ergebniskosmetik verkommen.

Der Plan: Stress für die Phoenix-Abwehr

Viktoria ist also hinlänglich gewarnt. Roman Rießler findet aber auch, dass übermäßiger Respekt ein falscher Berater wäre. „Am Torverhältnis von Phoenix kann man ja nicht nur die Offensivstärke ablesen“, sagt er. Hinten könnten die Gäste verwundbar sein, deshalb dürfe sein Team nicht nur hinten permanent die Habachtstellung einnehmen, sondern müsse den Gegner auch vor dessen Kiste beschäftigen.

Danya Barsalona, schnell und in guter Form, wird wohl die Außenbahn beleben. Foto: Matthias Vogel

Ausgerechnet heute kann Rießler auf drei Leistungsträgerinnen gar nicht oder nur bedingt zurückgreifen. Top-Torjägerin Beslinda Shigjeqi verletzte sich in Hohen Neuendorf schwer am Ellenbogen und fällt definitiv aus. Marlies Sänger konnte während der Woche krankheitsbedingt nicht trainieren und wird bestenfalls auf der Bank sitzen. Louise Trapp ist nicht in Bestform, sie wird wohl neben Sänger Platz nehmen. Um so erfreulicher, dass bei Rückkehrerin Hülya Kaya in Hohen Neuendorf der Knoten geplatzt ist. Nach Shigjequis Verletzung beorderte Rießler sie in den Angriff und dort rettete sie mit zwei blitzsauberen Treffern in bester Stürmer-Manier den Viki-Girls noch den Allerwertesten (2:1-Sieg nach 0:1-Rückstand).

Heute und nächste Woche werden die Weichen gestellt

Heute – der erste Pass wird um 14 Uhr gespielt – und am kommenden Wochenende beim Spiel in Magdeburg kann die Viktoria die Weichen für einen positiven Verlauf der weiteren Saison stellen. Wenn Kraft und die Skills nicht reichen, den Hebel zu bewegen, droht der Absturz ins Mittelmaß. Etwas, was bei den Himmelblauen kaum einer kennt, geschweige denn will.

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