Stern fordert den Goliath
* Steglitzerinnen wollen Tabellenführer Viktoria den ersten Punktverlust beibringen

von Matthias Vogel

Stadtteil-Derby und Prestigeduell – Der FC Viktoria 1889 Berlin, Tabellenführer der Regionalliga Nordost, empfängt am morgigen Sonntag, 4. November, den Nachbarn SFC Stern 1900. Runter von der Couch und hin!

Lichterfelde. Wenn sich Roman Rießler dieser Tage vor seiner Mannschaft stellt, um sie auf den kommenden Gegner vorzubereiten, dann wiederholt er sich und zwar gerne: „Denkt daran! Ihr seid die Gejagten, jede Mannschaft möchte die erste sein, die euch wenigstens einen Punkt abluchst.“ Hochkonzentriert gelte es daher, Woche für Woche zu Werke zu gehen, um den sensationellen Status Quo zu erhalten. Neun Spiele haben seine Viki-Girls bestritten in der laufenden Regionalliga Saison, neunmal gingen sie als Siegerinnen vom Platz, die Torbilanz ist sensationell.

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Viktorias Abwehr-Chefinn Marlies Sänger weilt derzeit beruflich in Frankfurt, kommt aber für das Derby angedüst. Foto: Matthias Vogel

Auch vor dem Derby hat Rießler sich wiederholt. Und als ob sie sich abgesprochen hätten, stieß Rießlers Sterner Kontrahent Harald Planer auch noch ins gleiche Horn: „Wir wären gerne die Ersten, die aus Lichterfelde wenigstens einen Punkt entführen.“ Um die Schwere der Aufgabe weiß Planer natürlich auch. „Viktoria ist in dieser Saison ein Riese und am Ende des Tages entscheidet es eigentlich diese Mannschaft selber, ob wir mithalten können oder nicht.“ Soll heißen: Wenn die Viktoria ihr Potenzial ausschöpft, dürfte für die Nachbarn aus Steglitz nicht viel zu holen sein.

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Rotgesperrt: Dilara Türk fehlt gegen Stern. Foto: Matthias Vogel

Ob die eigene Leistungsstärke ausgespielt werden kann, das zählt an diesem Wochenende neben dem Derby-Charakter und der Tagesform zu den Unwägbarkeiten für Roman Rießler. Denn das Schicksal hat dem ohnehin ausgedünnten Kader der Viktoria eine klaffende Wunde zugefügt. Hülya Kaya hat Probleme mit dem Meniskus und fällt mindestens für den Rest der Hinrunde aus. Die spielstarke Torjägerin macht damit ein Quartett von Stammspielerinnen komplett, das der Viktoria gegen Stern nicht zur Verfügung steht.

Stammquartett nicht am Ball

Dilara Agac hatte sich bei der U18-Auswahl schwer verletzt, Nadine Heinrich schon im Spiel gegen RB Leipzig, dazu ist Dilara Türk noch rotgesperrt. „Bisher haben wir unsere Ausfälle mit Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft ganz gut kompensieren können. Der Ausfall von Kaja trifft uns hart, langsam wird es ungemütlich“, so Rießler. Nichtsdestotrotz sagt der Viki-Coach, was Phase ist: „Ich rechne zwar mit einem blendend eingestellten Gegner, der mit dem 7:0-Sieg gegen Marzahn sicher Selbstbewusstsein getankt hat. Aber wir sind der Favorit und wollen ungeschlagen bleiben.“

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Anina Sange (re.) ist wieder fit und wird wohl in der Startelf von Stern stehen. Foto: Matthias Vogel

Ein paar Ideen hätten er und sein SFC Stern schon, wie sie den benachbarten Rivalen und Klassenprimus ärgern könnten. Die Frage bliebe natürlich, inwiefern sie sich umsetzen ließen, sagt Planer. Hilfreich dabei ist sicher die Rückkehr von Anina Sange in die Startelf, die sich nach auskurierter Erkältung wieder fit gemeldet hat. Auch ansonsten haben sich die personellen Sorgen in Steglitz verflüchtigt. „Susan Heuser fehlt uns leider längerfristig, aber wir sind gut besetzt“, so Planer.

Das große Viki-Girls-Plus: Erfahrung

Der Sterner Coach glaubt, dass das große Plus der Viktoria ihre Eingespieltheit und Erfahrung ist. „In Spielen wie diesen können wir am besten und schnellsten lernen.“ Wie seine Ideen nun genau aussehen, wollte Planer nicht verraten, schließlich lese Rießler mit. Aber die Balance müsse seine Elf halten, zwischen Defensivkunst und Offensivgeist. „Wir wollen also schon auch nach vorne spielen, müssen uns aber bewusst sein, dass Viktoria zu jeder Zeit zuschlagen kann.“ Wer was lernt, welche taktischen Kniffe die Coaches auspacken und in welchem Teil des Bezirks die Punkte gebunkert werden, entscheidet sich ab 13.30 Uhr im Stadion Lichterfelde am Ostpreußendamm.

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