Kock: „Es ist angerichtet!“

von Matthias Vogel

Wenn es im Rückspiel um den Landesliga-Aufstieg nach 90 Minuten nicht ausgerechnet 3:0 für die Frauen des SV Askania Coepenick steht, schaffen es alle rechtzeitig zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft vor die Bildschirme. Wenn doch, dann hätte die Elf von Trainer Christian Kock den Rückstand aus dem Hinspiel beim FC Stern II wettgemacht, es gäbe Verlängerung – und Jogis Buben müssten warten. Anstoß ist am Sonntag, 17. Juni, um 14.30 Uhr.

Köpenick. Sicher, es ist eine gewaltige Hypothek. Einen 0:3-Rückstand gegen  eine starke Steglitzer Elf aufzuholen, das macht man nicht en passant – schon gar nicht ohne Auswärtstor. Aber abschenken wollen die Köpenickerinnen nichts, im Gegenteil. „Wir wollen unsere Haut wie schon im Hinspiel so teuer wie möglich verkaufen“, kündigt Kock an. Zu verlieren hätten sein Team und er sowieso nichts, nach dem personellen Umbruch zu Beginn der Saison sei schon die Teilnahme an der Relegationsrunde mehr als positiv zu werten, findet er. Natürlich würde es ihm schmecken, wenn seine Mädels die Sensation schaffen würden. Per se und weil direkt im Anschluss an die Partie die Abschlussfeier auf dem Plan steht – da würde doch der Aufstieg prima reinpassen.

 

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Dürfte bei Askania deutlich mehr zu tun bekommen als im Hinspiel: Stern-Torhüterin Rieke Grätz. Foto: Matthias Vogel

 

Bei der Mission „Aufholjagd“ könnte der Untergrund die zwölfte Frau für den SV werden. Askania bestreitet seine Heimspiele auf dem Naturrasenplatz An der Wuhlheide 161 aus. „Der liegt nicht jedem an Kunstrasen gewöhnten Gegner“, weiß Kock, „zumal er sehr groß ist – Bundesliga-Dimensionen.“ Den Beleg für die Aussage des Coaches liefert ein Blick auf die Statistik: Askania ist in der laufenden Spielzeit zuhause ungeschlagen.

Frühe Anreise für den Platztest

Gegen die große Doppelsause im SV-Sportheim hat die Regionalliga-Reserve des FC Stern naturgemäß etwas. Und sie ist heiß. „Die Mädels von der Bank haben Druck auf die gesetzten Spielerinnen gemacht. Die haben das angenommen und auch eine Schippe drauf gelegt. Wir hatten eine tolle Trainingswoche“, berichtet Sterne-Koch Jens Freikowski. Mit voller Kapelle reist er nach Köpenick, und zwar früher als gewöhnlich. „Wir wollen uns so gut es geht mit dem Naturrasen vertraut machen“, sagt er. Alles andere als ein Aufstieg wäre nach dem Hinspiel eine derbe Enttäuschung für die Steglitzer. Wer aber eine Mannschaft erwartet, die ihren Vorsprung nur über die Zeit retten will, wird sich getäuscht sehen – zumindest, wenn es nach Freikowski geht: „Ein Auswärtstor wäre enorm wichtig, dann müsste uns Askania schon  mit vier Treffern Differenz schlagen. Deshalb wollen wir unsere Chancen im Spiel nach vorne suchen.“ Unterschätzen dürfe man die Gegnerinnen aber auf keinen Fall. „Selbstbewusst dürfen wir auftreten, aber nicht arrogant.“

Übrigens: Freikowski sieht die etwas unglückliche Anstoßzeit gelassen. „Deutschland gegen Mexiko, das ist ja schön und gut, aber unser eigenes Spiel ist uns schon wichtiger.“ Das würde ihm Kollege Kock sicher sofort unterschreiben. Der freut sich nämlich auch schon auf die Begegnung: „Das wird ein Event, auf und neben dem Platz wird einiges geboten sein. Ich würde sagen: Es ist angerichtet!“

 

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