Aufstiegsmiete: Schmitz zahlt amtlich an

von Matthias Vogel

Die zweite Garnitur des Steglitzer FC Stern 1900 hat das Hinspiel um den Aufstieg in die Landesliga gewonnen. Das Team von Coach Jens Freikowski bezwang den SV Askania Coepenick auf dem „Sterner“ mit 3:0. Hannah Schmitz gelang ein lupenreiner Hattrick.

Steglitz. Christian Kock war sich sicher: „Jetzt ham wa se!“, rief er über den Platz. Gerade war Janine Kallenbach mit einem prima Steilpass auf die Reise geschickt worden und durch ein Tackling im Sterner Strafraum gerade noch gebremst worden (62.). Die gute Schiedsrichterin Ebru Sönmezer unterband Kocks Hoffnung auf einen Elfmeter jäh. Wie sehr sich der langjährige Trainer der Köpenickerinnen mit seiner Prophezeiung täuschen sollte, konnte er da noch nicht ahnen. Seine Elf schien tatsächlich gerade den Spieß umdrehen und vom Reagieren zum Agieren wechseln zu wollen. Als kurz nach Kallenbachs Sturmlauf auch noch ein Eckball auf die Latte des Steglitzer Tores titschte, sah er sich bestätigt.

Hannah Schmitz schreitet zur Tat

Dann aber Schritt Hannah Schmitz zur Tat. Nach einem langen Ball von Alexandra Bautista aus der eigenen Hälfte setzte sie sich gegen die bis dato sehr stabile Innenverteidigung der Gäste famos durch. Von ihrer Brust tropfte die Kugel noch einmal auf, ehe sie Schmitz per Halbvolley und gegen die Laufrichtung von Torhüterin Diana Peters links im Askania-Kasten (67.) unterbachte. Bei ihrem zweiten Streich paarten sich Können und Glück. Johanna Barths Freistoß aus 30 Metern sprang von der Latte zurück in den Torraum, dort schaltete Schmitz am schnellsten und staubte zum 2:0 ab (74.). Der Dämpfer für Askania war aufgeschraubt, aber Schmitz hatte noch nicht genug. Zum finalen Akt ihrer Performance entwischte die 21-jährige Angreiferin auf dem linken Flügel ihrer Bewachung und hob das Spielgerät aus spitzem Winkel über Peters hinweg ins Ziel (78.).

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Nach oben schielen Hannah Schmitz (Bildmitte) und ihr Team nach dem 3:0 im Hinspiel. Foto: Matthias Vogel

Die Freikowski-Elf ging aus dem Hinspiel, das von einer langen Abtastphase – schließlich wussten die Kontrahenten so gut wie nichts voneinander – geprägt war, als verdienter Sieger hervor. Nicht, dass Askania nicht auch einige Male vor dem Sterner Gehäuse aufgetaucht war, die bessere Spielanlage und die größeren Torchancen warfen aber die Steglitzerinnen in die Waagschale, etwa als die erst 17-jährige Flügelflitzerin Aldijana Ibrisevic kurz vor der Pause alleine auf Peters zustürmte, ihr Schuss aber nur an den Fangzaun knallte.

Ein paar Fehler zu viel

„Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir hatten Stern im Griff, uns dann aber den einen oder anderen Fehler zu viel erlaubt. 0:3, das ist für das Rückspiel ein dickes Brett, aber wir werden jetzt nochmals alle Kräfte mobilisieren, um es doch noch zu bohren“, sagte Kock nach der Partie. Dass Freikowski zufrieden war, ist klar. „Was Hannah heute geleistet hat – nicht nur wegen ihrer Buden – war phänomenal. Wir sind noch nicht durch, aber haben gut vorgelegt“, sagte er. Und Schmitz? War einfach nur happy. „Ich hoffe wir schaffen es. Wir hätten es nach der Saison verdient. Und weil wir ein tolles Team sind.“

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Mareike Joseph (am Ball) ließ nichts unversucht, ein wichtiges Auswärtstor für Askania zu erzielen, am Sterner Strafraum war aber an diesem Tag für sie Schluss. Foto: Matthias Vogel

Das Rückspiel findet am 17. Juni bei Askania statt, die Uhrzeit ist noch nicht klar. Dem Vernehmen nach ist Askania bemüht, den Anstoß von 15 Uhr auf eine frühere Uhrzeit zu verlegen, um 17 Uhr kickt die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Russland.


Stern 1900 II – SV Askania Coepenick 3:0 (0:0). Stern: Grätz, Schultz, Fuchs, Haertel, Bautista, Roth, Barth, Schlanser, Ibrisevic, Schmitz, Rehländer. Eingewechselt: Kahlscheuer, Hartmann. Askania: Peters, Krause, Kallenbach, Hösselbarth, Grassmann, Ossowski, Joseph, Godawa, Neumann, Barde, Kameter. Eingewechselt: Reiber, van Gelder, Rusch, Pohl. Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Schmitz (67., 74, 78.). Schiedsrichterin: Ebru. Zuschauer: 80.

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