Kapitänin Scheffler geht von Bord

von Matthias Vogel

Kapitänin Nathalie Scheffler hat am vergangenen Wochenende ihr letztes Spiel für den 1. FC Union Berlin gemacht. „Ein sehr emotionaler Abschied“, sagte Trainer Falko Grothe. Gespielt wurde auch noch: Union unterlag dem FFC Magdeburg zuhause mit 0:2.

Köpenick. Ein anständiges Spiel wollten die eisernen Mädels beim letzten Auftritt der Saison noch auf die Bühne Fritz-Lesch-Sportplatz zaubern – für die Aufstiegsrunde zur im nächsten Jahr eingleisigen Zweiten Bundesliga  hatte das Ergebnis ohnehin keine Relevanz. Das gelang ihnen auch recht gut, zumindest während der ersten Schicht. Grothe musste kurzfristig auf Lisa Fröhlich und Latoya Bach verzichten und daher improvisieren. Innenverteidigerin Charleen Niesler wurde in den Strum beordert. „Nicht allzu ungewöhnlich, sie kann wirklich alles spielen“, sagte der Coach. Den Nachweis dafür trat Niesler schon nach drei Minuten an: Ihr Freistoß aus 18 Metern zischte denkbar knapp über das Magdeburger Tor.

Kurz darauf flankte Jenny Trommer für Josephine Alswede, doch auch sie hatte das Visier zu ungenau eingestellt (5.). Obwohl es danach keine nennenswerten Torchancen für Union gab, war Grothe zufrieden: „Wir haben schön von hinten rauskombiniert“, sagte er. Das blieb nach dem Seitenwechsel nicht ganz so schön, und als Manuela Knothe nach etwas mehr als einer Stunde für die Gäste zur Führung traf, „war die Luft raus“, wie der Union-Trainer resümierte. „Wir haben aufgemacht, aber letztendlich hat uns ein bisschen Glück und auch die Kraft gefehlt.“ Magdeburg nutzte die frei gewordenen Räume noch zum 0:2 durch Emily Hähnel (84.).

Das Personalkarussell dreht sich

Die Niederlage trübt für Grothe das Bild seiner Truppe in dieser Saison in keinster Weise. „Aber das war ja vorher klar.“ Der Abschied seiner Kapitänin Nathalie Scheffler beschäftigte ihn da schon eher. „Wenn man über drei Jahre fünfmal pro Woche miteinander arbeitet, dann berührt einen das schon. Das war für alle sehr emotional“, sagte er. Scheffler machte noch einmal ein gutes Spiel für die Eisenern, möchte nun aber ihren Lebensschwerpunkt verlegen, das lasse sich mit dem hohen Trainingsaufwand bei Union nicht vereinbaren, so ihr Coach. In der kommenden Saison muss Union auch auf Gwendolyn Mummert verzichten, sie wechselt an ein US-College. Ansonsten bleibt die junge Mannschaft zusammen und soll mit ein paar Neuzugängen verstärkt werden. „Wir sind dran, aber spruchreif ist noch nichts“, sagte Grothe. Auf der Suche ist Union auch nach einem Co-Trainer, Grothes bisheriger Partner Oliver Hartrampf übernimmt in der kommenden Saison die Zweite. (Beitragsnbild: Judith Diecke)


1. FC Union Berlin – FFC Magdeburg 0:2 (0:0). Eisern: Eichhorn, Scheffler, Boedeker, Görsdorf (60. Schindler), Wolter-Cosme, Ahlswede (79. Mahlev), Gierth, Niesler (73. Zander-Zeidam), Schrey, Trommer, Budde. Tore: 0:1 Knothe (63.), 0:2 Hähnel (84.). Schiedsrichterin: Sandra Stolz.

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