Inter bläst zum Halali

von Matthias Vogel

Schöneberg. Der Berlin-Ligist FC Internationale ist in der Vorrunde der aktuellen Saison in sportliche Schieflage geraten. Roman Kassarnig, seit Oktober 2019 am sportlichen Ruder, möchte sie wieder begradigen. Seine Chancen darauf stehen gut, Rückkehrer, Neuzugänge und eine hohe Trainingsbeteiligung nähren die Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Zwischen der vergangenen und der aktuellen Saison war der Kader des Schöneberger Klubs auseinander gefallen. Aufgefangen hat der Verein die Erosion mit einem Drittel Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft, einem Drittel Juniorinnen und einem Drittel etablierten Kräften des Berlin-Liga-Kaders. Genug Spielerinnen also, aber zu wenig Qualität für den Klassenerhalt. Mit nur drei Zählern steht Inter auf dem vorletzten Platz. Auf das rettende Ufer fehlen acht Punkte.

In der Winterpause ist der Verein deshalb aktiv geworden und auf die Suche nach Verstärkung gegangen. Mit erfolg: In Vanessa Fiedler kam eine gestandene Verbandsliga-Spielerin vom amtierenden Meister SC Staaken, sie könnte genauso wichtig sein für das Unterfangen wie die Rückkehr von Saskia Halfenberg auf den Platz. Der Kopf der Mannschaft hatte sich am Knie verletzt und war in der kompletten Vorrunde nicht am Ball. Von Blau Weiß 90 stieß Sally Schwedler zur Kassarnig-Truppe, allerdings zog sie sich beim Hallenmasters ausgerechnet im Vergleich mit ihrem alten Verein einen Kreuzbandriss zu. Glück für Inter: Charlotte Mc Cormac aus Irland versucht gerade in Berlin Fuß zu fassen. Die irische U19-Nationaltorhüterin hat ebenfalls beim FC angeheuert. Ayleen Buggisch wechselte vom Liga- und Abstiegskonkurrenten Lichtenberg 47 zu Inter, dazu gesellen sich zwei junge Spielerinnen vom Moabiter FSV zum Kader: Louisa Shtyti und Nergis Al-Ali.

Auch Lea Gleisberg (re.) steht für das Unternehmen Klassenerhalt wieder „voll im Saft“. Foto: Matthias Vogel

Kassarnig ist guter Dinge, den Klassenerhalt noch zu bewerkstelligen zu können. Grund für seinen Optimismus hat er genug: Fünfmal pro Woche bat er während der Vorbereitung zum Üben, jedesmal habe er mehr als 20 Spielerinnen am Start gehabt, darunter auch weitere Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Bei dem vielen neuen Personal musste und muss Kassarnig wert auf Teambuilding legen. „Gerade für die jungen von uns ist das alles sehr neu. Wir müssen sie an den Frauenfußball heranführen“, beschreibt er seine derzeitige Arbeit.

Offenbar ist Inter auf einem guten Weg. Zumindest war Kassarnig mit dem ersten Auftritt seiner Schützlinge am vergangenen Wochenende gegen Union Berlin hoch zufrieden auch wenn es am Ende 5:0 für den Favoriten hieß. Am Sonntag, 16. Februar, steht der runderneuerte FC Inter dem nächsten unangenehmen Gegner gegenüber: Um 12.15 Uhr wird die Partie beim FC Hertha 03 Zehlendorf auf dem Ernst-Reuter-Sportfeld angepfiffen. Geht es nach Roman Kassarnig, kommen er und seine Schützlinge bereits mit Zählbarem zurück nach Schöneberg.

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