Blau Weiß düpiert Pankow

von Matthias Vogel

Ganz klar haben die Fußballerinnen der Sp.Vg. Blau Weiß 1890 Berlin am Sonntag Vormittag das Topspiel gegen Borussia Pankow für sich entschieden. 5:0 hieß es am Ende für die Haack-Truppe, das stand in dieser Deutlichkeit nicht zu erwarten. Die Folge: Im Tableau der Berlin-Liga tauschten die beiden Teams die Plätze.

Clemens Haack bleibt dabei, die Vorbereitung auf die Rückrunde verlief nicht optimal. Umso überraschender kam auch für ihn der klare Erfolg seiner Elf. „Im Hinspiel haben Duygul Agal und Sina Krüger für Borussia vorne richtig Wirbel gemacht. Agal spielt ja dort nicht mehr und von Krüger kam zum Glück nichts, das hat heute den Unterschied gemacht, denke ich.“

Außenverteidigerin Margareta Lorenz öffnete mit ihrem Vorstoß in der 22. Minute die Dose. Foto: Matthias Vogel

Vielleicht eine Erklärung für das Debakel der Borussinnen, aber sicher keine erschöpfende. Zuschauer berichteten von einer Überlegenheit der Blau Weißen in allen Belangen, gerade in den Zweikämpfen hätten sie die Nase vorne gehabt, dazu habe sich Pankow vom Pressing der Gastgeberinnen zu sehr beeindrucken lassen. Torhüterin Annelie John berichtete von einem gefährlichen Freistoß auf ihren Kasten, ansonsten sei sie weitgehend beschäftigungslos gewesen. Trainerin Josi Ruß wird den Kopf also voll haben jetzt, vor allem, weil ihre Elf bis auf Verena Baier tatsächlich in Top-Besetzung auflief.

1890 hatte jedenfalls viel Platz und Zeit, um Druck zu erzeugen. Der schlug sich in der ersten Halbzeit aber nur einmal in Zählbares nieder. Linksverteidigerin Margareta Lorenz hatte sich auf die Socken in des Gegners Hälfte gemacht und war prompt bedient worden. Ihren Schuss aus elf Metern halblinker Position konnte Sarah Atoui im Borussen-Tor noch klären. Zu ihrem Leidwesen landete der Ball an der Torraumkante vor den Füßen von Daniela Schmidt, die artig zur verdienten Halbzeit-Führung abstaubte (22.).

Jana Teodoridis und ihre Mariendorfer Gang landeten im ersten Spiel der Rückrunde gleich den ersten Coup. Foto: Matthias Vogel

Zu allem Unglück für Pankow kam Atoui zur zweiten Schicht nicht mehr aus der Kabine: Verletzung. Allrounderin Mercedes Wittkowski, zur Winterpause vom Ligakonkurrenten Lichtenberg 47 gekommen, feierte das Pflichtspiel-Debüt für ihren neuen Club zwischen den Pfosten. Eines vorweg: An ihr lag es nicht, dass Pankow unterging.

Constanze Hess macht ernst: Eine Vorlage, zwei Treffer

Vielmehr machte Blau Weiß nun ernst, und zwar in Person von Constanze Hess. Nach einer Stunde entwischte sie ihrer Bewachung auf der rechten Außenbahn, hob den Ball gefühlvoll auf den zweiten Pfosten, wo Alexandra Enge nur noch den Kopf hinhalten musste: 2:0. Später bekam Hess die Kugel aus dem Zentrum durch die Schnittstelle der letzten Pankower Reihe gesteckt und verstaute ihn aus etwa 16 Metern in der rechten unteren Ecke (80.). Ihrem ersten Treffer ließ sie mit einer feinen Einzelleistung kurz darauf den zweiten folgen. Drei Gegenspielerinnen ließ sie über links stehen, Wittkowski war mit dem Fuß noch an ihrem Schuss dran, dennoch verfing sich das Spielgerät zum vierten Mal im Netz der Gäste (83.).

Den Schlusspunkt auf eine starke Team-Leistung setzte Julia Primann, die sich ein Herz fasste und aus 25 Metern Entfernung einfach einmal abzog. Unhaltbar senkte sich ihr Weitschuss über Wittkowski hinweg zu 5:0 unter das Dach ihres Gehäuses (88.). Im ersten Spielabschnitt traf Elena Felsch noch den Pfosten, nach dem Seitenwechsel unterzog Hess das Aluminium einer Qualitätskontrolle. Dazu habe Blau Weiß auch noch einige Hochkaräter nicht genutzt, wurde kolportiert.

Perfekter Schlusspunkt: Julia Primann erzielt per Traumtor aus 25 Metern das 5:0 für ihre Farben. Foto: Matthias Vogel

Haack resümierte aber auch so hoch zufrieden: „Ich hatte wirklich ein knapperes Ergebnis erwartet, wie gesagt. Pankow war heute nicht so stark wie gewohnt. Aber wie meine Mannschaft unterwegs war, hat mich schon auch sehr gefreut. Auch damit war einfach nicht zu rechnen.“ In der Tabelle zog Blau Weiß an Pankow vorbei auf Platz vier und ist gut gerüstet für das nächste Spitzenspiel am kommenden Wochenende beim Klassenprimus Türkiyemspor, oder? „Na ja. Wir werden dort nach diesem Spiel schon selbstbewusst auftreten“, sagt Haack. „Aber das ist, wie jeder weiß, noch einmal eine ganz andere Nummer.“


Sp.Vg. Blau Weiß 1890 Berlin – Borussia Pankow 5:0 (1:0). Blau-Weiß: John, Schmidt, Düwel, Lorenz, Sickelko, Felsch, Enge, Primann, Wenk, Teodoridis, Hess. Borussia: Atoui (46. Wittkowski), Vorwerk, Reicke, Krüger, C. Klausch, Ebel, Friese (82. Hallstein), Gabriel (60. Hientz), Dittrich, F. Klausch, Kiszler. Tore: 1:0 Schmidt (22.), 2:0 Enge (60.) 3:0, 4:0 Hess (80., 83.), 5:0 Primann (88.). Schiedsrichter: Gholam-Reza Sorkhi.

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