Pfenning und Schmitz treffen: Remis im Spitzenspiel

von Matthias Vogel

Steglitz. Die Top-Partie der Landesliga zwischen der zweiten Garnitur des SFC Stern 1900 und dem Tabellenführer Sparta Lichtenberg endete 1:1 (1:0). Sparta startete stark, überließ den Gastgeberinnen aber dann mehr und mehr die Spielgestaltung und durfte sich am Ende glücklich schätzen, mit dem einen Zähler im Gepäck die Heimreise antreten zu dürfen.

Die Führung erzielten die Schützlinge von Sparta-Coach Andrè Lorenz schnell und geschickt, auch wenn sie dabei ein wenig mit der Glücksgöttin Fortuna im Bunde standen. Ein Stern wollte den Ball aus dem Strafraum befördern, traf aber den Rücken eines anderen. Der Ball fiel Patricia Graup vor die Füße, die ihn sofort von rechts flach in das Zentrum beförderte. Das Zuspiel erreichte Jana Pfenning ein oder zwei Schritte eher als ihre Bewacherin. Flach netzte sie ein, 0:1 auf dem Sterner, gerade einmal drei Minuten waren gespielt. Beflügelt von der flotten Führung, bot Lichtenberg noch etwa 20 Minuten den stürmischen Steglitzerinnen Paroli. „Danach haben wir dann begonnen, mit langen Bällen zu operieren, dadurch ist Stern immer besser ins Spiel gekommen. Erst nach dem Ausgleich haben wir komischer Weise wieder Fußball gespielt“, fasste Lorenz die Partie nach dem Schlusspfiff zusammen.

Angelique Kuhn (vorne) blockt Sterns Angreiferin Bethany Loftus, Sparta-Keeperin Antje Burckhardt taucht ab – Gefahr gebannt. Foto: Matthias Vogel

Der Sterner Treffer fiel erst in der 72. Minute. Hannah Schmitz fasste sich ein Herz, zog von der Strafraumgrenze aus der Drehung ab. Leicht abgefälscht, beschrieb die Kugel eine Bogenlampe über Sparta-Torsteherin Antje Burckhardt hinweg ins Tor. Fast konnte man den Stein hören, der SFC-Coach Jens Freikowski vor Erleichterung vom Herzen fiel, am Ende war er aber nicht wirklich zufrieden mit dem Punkt. „In der ersten Hälfte haben wir nie so richtig ins Spiel gefunden, in der zweiten sind wir aber dreimal alleine vor der Sparta-Kiste, doch anstatt den Ball in die Ecke zu schieben, schießen wir dreimal die Torhüterin an“, sagte er. Er war deshalb so verärgert darüber, weil er seiner Elf vor der Partie noch gesagt hatte, dass Burckhardt so am ehesten zu überwinden sei.

Erleichterung: Hannah Schmitz (Bildmitte) nach ihrem sehenswerten Treffer zum 1:1.
Foto: Matthias Vogel

Die Chronologie schwacher Sterner Nerven: Kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs steuert zunächst Ella Barthelemy alleine auf Burckhardt zu, nichts! (49.). Etwas später tankt sich Ursula Schlanser am rechten Flügel durch, zieht nach innen und bedient Bethany Jane Loftus im Zentrum mustergültig. Deren Schuss aus acht Metern ist aber zu zentral, Burckhardt bleibt wieder Siegerin (65.). Acht Minuten nach ihrem Ausgleichstreffer darf dann Hannah Schmitz nochmal. Geschickt windet sie sich am 16er um ihre Gegenspielerin herum, dringt in die Box ein. Wieder ist der Versuch zu mittig, Lichtenbergs Torhüterin triumphiert ein drittes Mal.

Jana Pfenning (22) erzielte die schnelle Führung und hätte mit einem tollen Schuss in der Schlussphase Sparta fast noch zum Sieg geballert. Foto: Matthias Vogel

Zwischen dem Tor und dem Versagen von Schmitz blieb Zeit für Sparta, den Spieß noch einmal umzudrehen. Einen Angriff über rechts schloss Jana Pfenning mit einem fulminanten Schuss auf die obere kurze Ecke ab, die Steglitzer Torhüterin Antonia Haertel parierte glänzend. Zählt man allerdings noch den Lattentreffer der Sterner Kapitänin Line Rehländer nach einem Freistoß mit zum Chancenplus der Freikowski-Truppe, wäre der Siegtreffer für Sparta wirklich zu viel des Guten gewesen. Das empfand auch Lorenz so, der seiner Mannschaft im Abschlusskreis zum Punktgewinn gratulierte. „Ich fand, das war ein ganz tolles Spiel und das Ergebnis insgesamt ein wenig glücklich für uns. Wir haben jetzt zehn Punkte aus vier Spielen. In der vergangenen Saison hatten wir 13 nach der Vorrunde und sind am Ende ganz schön in die Bredoullie geraten.“ Von dem Platz an der Sonne will der langjährige Coach der Lichtenbergerinnen ohnehin nichts wissen. „Ich glaube wir wären falsch beraten wenn wir behaupten würden, dorthin zu gehören.“

An ihr lag es wahrlich nicht: Sterns Torhüterin Antonia Haertel hielt mit der Großtat gegen Jana Pfenning wenigstens einen Punkt für die Steglitzerinnen fest.
Foto: Matthias Vogel

Freikowski nahm den Punkt mit einer Träne im Knopfloch mit nach Hause. „Er fühlt sich einfach ein bisschen an wie eine Niederlage.“ Angesichts der Großchance für Sparta in der Schlussphase gab er aber zu, das Visier nicht ganz hoch geklappt zu haben. „Wir haben danach bewusst die Viererkette beibehalten, sind nicht ‚All in‘ gegangen. Am Ende kassierst du noch die Niederlage und wer weiß, was das für Auswirkungen auf die kommenden Spiele hat.“


SFC Stern 1900 II – Sparta Lichtenberg 1:1 (0:1). Sterne: Haertel, Schulz, Hartwig, Schlanser, Faulhaber, Schmitz, Eckardt, L. Barthelemy, E. Barthelemy, Rehländer, Romanowski. Auch am Himmel: Nowak, Loftus. Sparta: Burckhardt, Graup, Schönfeldt, Purbs, Jursch, Karing, Reschke, Schmitt, Michaelis, Kuhn, Pfenning. Eingewechselt: Strippel. Tore: 0:1 Pfenning (3.), 1:1 Schmitz (72.). Schiedsrichter: Hamid Hemassian. Zuschauer: 30.

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