Klassiker light

von Matthias Vogel

Kreuzberg. In der Wrangelritze kommt es bereits am morgigen Samstag, 24. August, um 15.30 Uhr zu einem Vergleich, der zu einem späteren Zeitpunkt sicher mehr Aussagekraft gehabt hätte. Die Fußballerinnen des FSV Hansa 07 empfangen am zweiten Spieltag den 1. FC Schöneberg. Mittlerweile ein Landesliga-Klassiker, leider vermelden beide Trainer: „Wir kommen personell auf dem Zahnfleisch um die Ecke.“

Lediglich elf Hansa-Girls treffen auf ein Dutzend Schöneberger Mädels. Warum Fußballerinnen aus dem Amateurbereich ihren Urlaub gerne genau auf den Saisonstart legen, wird der Berliner Frauen-Trainer-Gilde wohl auf immer und ewig ein Rätsel bleiben. Jedenfalls hört man es an jedem Eck und Ende: „Wir sind noch nicht komplett.“

Hansas Top-Stürmerin Sophie Duschl fehlt im Spiel gegen den 1. FC Schöneberg. Foto: Matthias Vogel

Kai Weber, langjähriger Trainer des FSV, gab sich vor der Partie entsprechend verschnupft: „Tor-Garantin Sophie Duschl fehlt und wenn Torhüterin Meike Stockbrügger, die eigentlich ihre Karriere beendet hat, nicht aushelfen würde, wären wir nur zu zehnt. Im Kader stehen 26 Spielerinnen.“ Dazu muss Weber drei Neuzugänge integrieren, das Saisonziel ist in logischer Konsequenz mit „vorderes Tabellendrittel“ relativ defensiv formuliert.

Personalnot hin oder her: Es bleibt es ein Heimspiel für die Kreuzbergerinnen. Und das Geläuf an der Wrangelstraße 98 ist gewöhnungsbedürftig. Wer hier gewinnen will, muss investieren.

FSV-Routinier Andrea Pürstinger geht in Sachen Einstellung und Leistungsbereitschaft immer voran. Foto: Matthias Vogel

Die Rumpftruppe des 1. FC Schöneberg soll das tun. Trainer Dieter Schilling will den FSV geärgert wissen. In der oberen Tabellenhälfte möchte er in dieser Saison abschließen. Eine echte Kampfansage klingt anders, das ist aber vor allem dem Abgang von Leistungsträgerin Lisa Weinberg zum Regionalligisten SFC Stern 1900 geschuldet. „Ihr Fehlen macht sich schon bemerkbar“, sagt Schilling. Mehr als ein halbes Dutzend junger Neuzugänge versuchte er in der Vorbereitung einzubauen, hatte da aber auch schon mit der Absenz von Spielerinnen zu kämpfen. „Die eine kommt, dafür fährt die nächste weg.“ Kein Wunder also, dass er die Vorbereitung als „durchwachsen“ bezeichnet.

Während sich Weber vom Spiel morgen überraschen lassen mag oder muss, hat Schilling schon etwas vor: „Wir haben uns beim 1:2 gegen Stern II am vergangenen Wochenende ein bisschen dumm angestellt. Wir hätten das Ergebnis durchaus positiver gestalten können. Jetzt wollen wir Hansa auf jeden Fall fordern, dazu müssten wir allerdings unsere Chancen nutzen, die wir durchaus immer bekommen.“

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