Union ist Meister!

von Matthias Vogel

Die Fußballerinnen des 1. FC Union Berlin haben ihr letztes Saisonspiel zuhause gegen den Magdeburger mit 3:2 gewonnen und bis in die Nacht hinein den Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga Nordost gefeiert. Marta Stodulska ebnete mit einem Doppelpack den Triumph, jeweils auf Vorlage von Josephine Bonsu. Trainer Falko Grothe war einfach nur noch happy: „Das ist für uns alle eine große Erleichterung.“

Am anderen Ende Berlins quälte sich Verfolger Viktoria zwar zu einem 2:1-Sieg gegen den FF USV Jena II, aber der verkam zu Makulatur, weil Union eben die Hausaufgaben pflichtbewusst erledigte. Der Dreier stand zwischenzeitlich allerdings durchaus auf tönernen Füßen. „Ein enges Match“, zog Grothe Resümee. Die ersten zehn Minuten habe seine Elf nicht in die Partie gefunden, dann sei sie aber mit der Magdeburger Defensiv-Wand besser zurecht gekommen. Den Job des „Dosenöffners“ teilten sich dieses Mal zwei Eiserne. „Bonsu und Stodulska haben einen doppelten Doppelpass gespielt“, berichtete der Unioner Coach. Sicher hätte er selbigen lieber flach gesehen, denn seine beiden Offensivkräfte spielten sich die Kugel eher in Hüft- und Kopfhöhe zu. Aber warum den mahnenden Flachpass-Finger heben, wenn das Ergebnis stimmt? Am Ende der Kombination bekam Stodulska den Ball an der Strafraumgrenze auf den Schlappen und traf per Volley zur Führung (22.). „Das war relativ humorlos“, beschrieb ihr Trainer das Geschoss.

Es ist vollbracht: Kapitänin Marie Weidt (8) reckt den Meisterpokal in die Höhe. Union spielte eine herausragende Rückrunde und konnte so noch den Stadtrivalen Viktoria überflügeln. Foto: Union Berlin

Nur ein paar Minuten später fiel der Treffer des Tages. Das war er deshalb, weil seine Entstehung als Lehrbuch-Beitrag für mustergültiges Umschaltspiel dienen könnte. Unions Torhüterin Monique Eichorn eröffnete nach einem gescheiterten Angriff der Magdeburgerinnen schnell auf Bonsu. Die nahm mit dem Ball am Fuß Fahrt auf und steckte im rechten Moment durch auf Stodulska, die das Zuspiel zum 2:0 veredelte (29.)

Turbulente fünf Minuten

Alles safe? Mitnichten! Nach dem Seitenwechsel tauchten die 22 Spielerinnen auf dem Rasen des Fritz-Lesch-Stadions Fans, Verantwortliche und sich selbst in ein Wechselbad der Gefühle. Binnen fünf Minuten wurde aus dem 2:0 ein 3:2. Erst markierte Fenja Popp den Anschlusstreffer für die Gäste (50.). Dann – ganz wichtig – stellte Lisa Heiseler den alten Abstand wieder her. Ein langer Freistoß von Charleen Niesler aus dem Mittelkreis segelte Heiseler am Elfmeterpunkt vor die Füße. Der Rest war Formsache, mit dem Spann wuchtete sie die Kugel ins Glück (53.). Kurz darauf verkürzte FFC-Top-Torjägerin Lea Güldenpfennig erneut (55.). In der Folge, das berichtete Grothe, erschien der Ausgang der Begegnung zwar offen. „So richtige Torchancen sprangen aber für keine Mannschaft mehr heraus. Magdeburg patzte des öfteren beim letzten Pass und wir haben unsere Konter nicht vernünftig zu Ende gespielt.“

Spätestens nach dem Abpfiff hielt sich Grothes Groll darüber freilich in Grenzen. Meister! „Es war jetzt nicht so, dass wir alle auf einem Haufen lagen, aber die allseitige Erleichterung war deutlich zu spüren.“ Erst später brach sich die wirkliche Freude über den Titel Bahn im Lager der Eisernen Ladies. Um 21 Uhr vermeldete Grothe: „Hier wird immer noch getanzt!“

„Hier wird immer noch getanzt!“

Wer in diesem Jahr in die 2. Bundesliga will, der muss nicht nur Regionalliga-Meister werden, sondern auch die Aufstiegsrunde gewinnen. Deshalb dürfen die Unionerinnen auch nur heute die Kuh auf dem Kamm blasen lassen. Ab dem morgigen Montag müssen sie sich auf das Hinspiel am kommenden Sonntag, 26. Mai, vorbereiten. Zu Gast ist dann der Meister der Südwest-Staffel, der SG 99 Andernach. „Eine Mannschaft, die kürzlich noch in der 2. Liga vertreten war und nach ihrem Abstieg weitgehend zusammen geblieben ist. Starker Gegner, aber ich denke, die Chancen liegen bei 50:50.“ Eine Woche darauf muss dann Union die 620 Kilometer lange Fahrt in die Stadt in Rheinland-Pfalz antreten. Dann flugs die Summe aus Hin- und Rückspiel gebildet und schon ist man im Bilde, wer den Sprung in den Profi-Bereich machen darf.

Eisern Union – Magdeburger FFC 3:2 (2:0). Die Meister-Mannschaft: Eichhorn, Stodulska (90. Pearl), Heiseler (68. Gierth), Weidt, Bonsu (64. Zander Zeidam), Ahslwede, Niesler, Schrey, Götz, Radloff, Budde. Tore: 1:0, 2:0 Stodulska (22., 29.), 2:1 Popp (50.), 3:1 Heiseler (53.), 3:2 Güldenpfennig (55.). Schiedsrichterin: Katharina Kruse. Zuschauer: 100.

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