Dezimierte Inter-Elf kommt unter die Räder

von Matthias Vogel

In der Berlin-Liga überrollte Pankow am vergangenen Wochenende Inter, Hertha verpasste eine Sensation gegen den 1. FC Union Berlin II und weil Viktoria II bei Hohen Neuendorf unterlag, sind bei Blau Gelb nun fast schon alle Hoffnungen auf den Klassenerhalt geschwunden.

B.W. Hohen Neuendorf II – FC Viktoria 1889 II … 3:2 (2:2)

Hinten immer so ein wenig anfällig, in der Offensive stark verbessert, so präsentierte sich die Lichterfelder Reserve auf dem Naturrasenplatz in Hohen Neuendorf – zumindest noch in der ersten Halbzeit. Zweimal konnte sie die Führungstreffer von Josefine Mages egalisieren, die einmal per Kopf (5.) und einmal mit dem Fuß (26.) aus nächster Nähe treffen durfte, nachdem die Viki-Abwehr eigentlich schon hätte klären müssen. Das 1:1 gelang Annika Zoschke nach feiner Hereingabe von Maria Kleinfeld von der linken Seite auf den kurzen Pfosten (22.), den erneuten Ausgleich bestellte Paula Eigenberger mit einem fulminanten Fernschuss (28.). Hohen Neuendorf hatte noch vor dem Pausentee zweimal die Führung auf dem Fuß. Zusammen mit der Großchance von Maria Kleinfeld kurz nach dem Seitenwechsel – sie steuerte alleine auf des Gegners Tor zu – ließ die Viktoria aber sicher ein halbes Dutzend bester Torgelegenheiten aus. Nach etwas mehr als einer Stunde gab es die Quittung für die fehlende Effizienz: Diana Rogg zirkelte einen Freistoß aus 18 Meter in die Mauerecke – Prädikat sehr sehenswert. In der Folge konnten die Gäste nicht mehr an das gute Kombinationsspiel der ersten Hälfte anknüpfen. Hohen Neuendorf hatte wenig Mühe, den Vorsprung zu halten und ließ seinerseits zwei Riesen-Konterchancen aus.

Andere Kapitänin, gleiches Ergebnis: FC Viktoria unterliegt auch beim Einstand von Alexia Boldt denkbar knapp. Foto: Franziska Daiger

FC Hertha 03 Zehlendorf – 1. FC Union Berlin II … 2:5 (2:0)

Sauer war Trainer Hendrik Suttinger auf seine Hertha nach dem Abpfiff. „Wir haben nach dem Seitenwechsel einfach das Arbeiten eingestellt“, sagte er. Seine Top-Torjägerin Selma Teuffert hatte Zehlendorf mit ihren Saisontreffern 19 (8.) und 20 (44.) verdient in Front gebracht. In der zweiten Schicht war von dem engagierten Auftritt der ersten Hälfte nichts mehr übrig und die Union-Maschinerie kam ins Laufen. Zweimal Jenny Trommer, Annika Mahlau, Sarah Wippig und Tiziana Udich ballerten die Eisernen Ladies zurück an die Tabellenspitze. Suttinger: „Wir hätten Union heute wirklich die Tour vermasseln können.“

SV Blau-Gelb Berlin – Sp.Vg. Blau Weiß 1890 Berlin … 0:1 (0:1)

Das Tor des Tages erzielte Anna Katharina Merkle für Blau Weiß kurz vor der Pause. Die ansonsten recht stabile Abwehr der Brelauw-Elf hatte einen Moment nicht aufgepasst, schon war sie auf, die Lücke über links. Eine Gästespielerin stieß hinein und legte den Ball von der Grundlinie aus nach innen. Merkle war nicht unbewacht, aber den berühmten Schritt schneller und so konnte sie einnetzen (43.). Blau-Gelb-Trainerin Sandra Brelauw: „An einem schlechten Tag verlierst du sicher deutlicher, Blau Weiß hatte schon noch Möglichkeiten. Aber an einem guten und mit ein bisschen Glück holst du eben auch ein Unentschieden. Ärgerlich.“ Brelauw nannte eine Stelle, an der die Partie eine andere Wendung hätte nehmen können. Nach einer Viertelstunde war Yvonne Hartmann der Gäste-Abwehr entwischt, konnte ihr Solo aber nicht mit einem Tor krönen. „Wer weiß wie es dann läuft.“ Weil Hohen Neuendorf gegen Viktoria gewann, beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer nun zehn Punkte. „Es sind ja nur noch sechs Spiele. Wir versuchen alles, planen aber in der nächsten Saison eher für die Landesliga“, so Brelauw. Überschattet wurden Spiel und Ergebnis von der Verletzung Hartmanns. In der zweiten Halbzeit bekam sie einen Ball so unglücklich an den Kopf, dass sie bewusstlos auf den Boden sank und liegen blieb. Brelauw konnte am Montag Entwarnung geben: „Sie ist mit einer Gehirnerschütterung eine Nacht im Krankenhaus geblieben. Ist aber schon wieder zuhause, muss sich jetzt nur schonen.“

SV Lichtenberg 47 – BSV GW Neukölln … 0:3 (0:3)

„Das Ergebnis geht absolut in Ordnung“, sagte Jens-Uwe Ludwig nach der Heimniederlage. „Wir waren die vergangenen zwei Spiele wegen Urlaub und Krankheit personell nicht optimal aufgestellt.“ Die Folge bekam Lichtenberg vor allem in der ersten halben Stunde zu spüren. „Da hat und Neukölln regelrecht überrollt. Wir haben umgestellt, dann lief es ein bisschen besser.“ Weil dem so war, blieb es bei den Treffern von Nele Becker (6.), Romina Schmalbein (14.) und Gloria Odosi (32.).

Caro Klausch (am Ball) und ihre Borussia haben sich für das Auswärtsspiel am kommenden Wochenende bei GW Neukölln warm geschossen. Foto: Matthias Vogel

Borussia Pankow – FC Internationale … 7:1 (5:0)

Der FC Internationale konnte nur zu zehnt antreten, ein gefundenes Fressen für die Borussia. Noch vor der Pause trafen Caroline Klausch, zweimal Duygu Agal und Mandy Vorwerk ins Schwarze, zu allem Inter-Unterglück bugsierte Loredana Zafisambondaoky den Ball ins eigene Tor. Pankows Trainerin Josi Ruß gab in der zweiten Hälfte Spielerinnen aus der zweiten Reihe die Chance, Spielpraxis zu sammeln. Liane Hallstein (65.) und Franziska Klausch (86.) markierten die Kisten sechs und sieben, der Ehrentreffer gelang Cindy Hagen. Ruß: „Inter stand hoch, wollte uns ins Abseits stellen. Das haben sie ganz gut gemacht, allerdings hat der Schiedsrichter auch oft zu Unrecht gepfiffen. Das Spiel hätte auch zweistellig ausgehen können.“


rasenperlen.com wünscht Yvonne Hartmann vom SV Blau-Gelb Berlin gute Besserung und die schnelle Rückkehr auf den Platz.

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