Bloß nichts ausplätschern lassen

von Matthias Vogel

Die Spandauer Kickers sind in der Landesliga der Frauen wohl nicht mehr vom Thron zu stoßen. Zu groß der Vorsprung, zu gut das Team. Am anderen Ende stehen im FFC Berlin 2004 und dem BSC Marzahn auch die Absteiger so gut wie fest. Für alle Mannschaften aus dem Niemandsland gilt es nun, die Motivation, den olympischen Gedanken aufrecht zu erhalten.

FSV Hansa 07 – SV Seitenwechsel … Samstag. 30. März, 14.30 Uhr

Spätestens nach dem vergangenen Wochenende zählt auch der FSV Hansa 07 zu den Truppen, für die es um nichts mehr geht. Sie unterlag den Kickers zuhause mit 0:4 und Trainer Kai Weber zog das Fazit: „Das hat Spandau sehr gut, sehr entspannt heruntergespielt. Die oberen Mannschaften konnten wir im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit nicht ärgern, deshalb konnten wir nur zeitweise an den Aufstiegsrängen schnuppern.“ Für die Partie heute gegen den routinierten SV Seitenwechsel bedeutet diese Erkenntnis nichts. „Gegen die Teams hinter uns können und wollen wir gewinnen, das ist unser Anspruch“, so Weber. Das Rezept für einen Heimsieg hat der Coach so aufgeschrieben: Eine gehörige Portion Tempo im Angriff in Person seiner beiden Stürmerinnen Sophie Duschl und Iris Forcadell, denn wenn Seitenwechsels Defensive etwas nicht schmecke, dann, wenn man sie intensiv beschäftigt. Dazu ein ordentlicher Schuss Konzentration bei den Standards der Gäste, denn da seien sie sehr gefährlich. Um Freistöße vor der eigenen Kiste zu vermeiden, brauche es dann noch einen Schlag Disziplin, so bekäme das Drei-Punkte-Menü seinen Geschmack abgerundet. Kurzentschlossenen Groundhoppern sein der Besuch der Partie in der Wrangelritze empfohlen. Im Schnellrestaurant gegenüber gibt es lecker Kaffee als Aperitif zum heutigen Landesliga-Gaumenschmaus.

Auf die Top-Teams der Liga hatte der FSV Hansa in dieser Saison kaum Zugriff. Auch gegen ABC unterlag die Weber-Elf mit 1:3. Foto: Matthias Vogel

1.FC Schöneberg – Moabiter FSV … Sonntag, 31. März, 10.45 Uhr

Mit 0:5 kam der 1. FC Schöneberg im Hinspiel bei Moabit unter die Räder, da ist also noch eine Rechnung zu begleichen. Schönebergs Trainer Dieter Schilling, der bereits seinen Vertrag beim 1. FC für ein weiteres Jahr verlängert hat, will mit seiner Elf für den Rest der Saison in die Rolle des „Züngleins an der Waage schlüpfen“. „Stern II haben wir vergangenes Wochenende ja schon geärgert, wenn wir Friedrichshagen später auch schlagen, ist Stern wieder im Spiel um den Relegationsplatz.“ Schilling glaubt, gegen Moabit gute Karten zu haben auch wenn der Sieg gegen die Steglitzerinnen teuer bezahlt werden musste. „Stürmerin Sabrina Kurth und Innenverteidigerin Bettina Thiess werden mir fehlen. Aber bei Moabit sind ja offenbar auch nicht alle an Bord.“

FFC Berlin 2004 – Spandauer Kickers … Sonntag, 31. März, 10 Uhr

Neun Punkte Rückstand hat der FFC auf das rettende Ufer. Trainerin Janine Köhler sagt aber: „Abgeschenkt wird nichts.“ Mit dieser Einstellung holte der Tabellenvorletzte zuletzt einen 2:0-Sieg zuhause gegen den SV Buchholz. „Das hat uns mental sicher gestärkt“, so Köhler. „Deshalb kommt für uns die Begegnung mit den Kickers zur absoluten Unzeit.“ Viel gebe es dort für ihre Mädels nicht zu holen. „Klar werden wir versuchen, da einen Abwehrriegel aufzubauen. Aber ich bin realistisch. Spandau ist so gut aufgestellt und diese ganzen alten Hasen wissen schon, wie auch eine massive Abwehr zu knacken ist.“ Köhler will ihre Mannschaft gut und fleißig verschieben und konsequent in der teilweise angeordneten Manndeckung sehen. „Wenn sie das gut machen und wir nicht wieder so hoch verlieren wie im Hinspiel – 0:15 -, dann bin ich auch schon glücklich.“ Köhler konnte in dieser Spielzeit selten auf den kompletten Kader zurückgreifen, deshalb stehe ihr Team nun da, wo es stehe. Auch wenn das Wunder ausbleibt und der FFC den Gang in die Bezirksliga antreten muss, bleibt die Trainerin an Bord. „Ich will da immer noch etwas Schönes aufbauen und die Chancen dafür stehen nicht schlecht, wenn ich unseren Nachwuchs sehe.“

SFC Stern II – Friedrichshagener SV … Sonntag, 31. März, 16 Uhr

Wahrlich nichts ausplätschern wird beim Vergleich zwischen den beiden Anwärtern auf den Relegationsplatz. Wer in der kommenden Saison ein Stockwerk höher auf Torejagd gehen und Schubrakete für seine Entwicklung geben möchte, muss morgen auf dem Sterner sein letztes Hemd für den Erfolg geben. Beide Trainer bevorzugen vor dem Topspiel allerdings den gebremsten Schaum, aus ihrer Sicht aus gutem Grund. Jens Freikowski, Vorturner der „kleinen“ Sterne, sagt: „Wir gucken gar nicht so auf die Tabelle. Klar wissen wir, das heute der Zweite beim Dritten gastiert. Aber weil wir Woche für Woche nicht wissen – aushelfen bei der Ersten, büffeln für das Studium -, wer uns zur Verfügung steht, ist das alles ein wenig schwierig.“ Natürlich wolle Stern gewinnen, aber gerade gehe es einfach eher darum, mit Spaß Fußball zu spielen. Ob das gelingt, wisse er freilich nicht. „Da hat der Gegner ja auch immer noch ein Wörtchen mitzureden.“

Aldijana Ibrisevic ist verflucht schnell und deshalb auch für Friedrichshagen sehr unangenehm. Foto: Matthias Vogel

Das tut er schon vor dem Anpfiff, allerdings auch ohne die große Gipfeltreffen-Euphorie. „Es ist zweifelsfrei ein richtungweisendes Spiel für den Rest der Saison und wir haben noch etwas gut zu machen aus dem Hinspiel. Allerdings fehlen mir wieder einige wichtige Spielerinnen, leider. Wenigstens der Trend der letzten Spiele ist positiv für uns und ich
glaube wie immer an das Team und seine Fähigkeiten“, sagt Coach Stefan Götze. „Nun müssen sie nur ihre ganzen PS auf den Kunstrasen bringen.“

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