Aufstiegszug fährt ohne Grün-Weiß weiter

von Matthias Vogel

In allen Ligen naht die Zeit der Entscheidungen. Nach den beiden Samstagsspielen der Bezirksliga 1 steht zum Beispiel so gut wie fest, dass der Aufstiegszug ohne die Mannschaft des BSV Grün-Weiß Neukölln ins Ziel rauscht. Ein äußerst seltenes Szenario spielte sich auf der Anlage von Türkiyemspor ab: Die Gastgeber konnten nur zu zehnt antreten. Nicht so schlimm, der Gast aus Moabit hatte nämlich nur neun Spielerinnen an Bord.

BSV GW Neukölln II – Berolina Mitte II … 0:2 (0:2)

Ein maßlos enttäuschter GW-Trainer Daniel Czyblis konstatierte: „Spiel auf ein Tor, allerdings hätten wir sicher noch eine Stunde weiter spielen können, ohne zu treffen. Der Ball wollte heute nicht über die Linie.“ Es sei denn für Bero. Nach 20 Minuten tauchte Elsa Weiss am Neuköllner Strafraumeck auf und zog einfach mal ab. Neuköllns Torhüterin Bianca Ziegler hatte die kurze Ecke nicht abgedeckt und genau dort schlug der Ball zum 0:1 ein. Auch beim 0:2 traf die Ziegler eine Teilschuld. Nach einem Bero-Einwurf Höhe Torraum behinderten sich eine ihrer Abwehrspielerinnen und sie gegenseitig. Nutznießerin war Djamila Hohmann, die per Kopf die Führung ausbaute (37.). In der zweiten Hälfte berannte die Czyplis-Elf unaufhörlich den Bero-Kasten und erspielte sich einige gute Chancen. Die dickste hatte Janine Hüttich auf dem Fuß. „Den hat die Keeperin richtig gut gehalten“, gab der GW-Coach zu. „Spielerisch hatte Bero nicht viel zu bieten und selbst ihr Trainer hat gesagt, dass ein sehr glücklicher Sieg für seine Mannschaft gewesen sei.“ Bei noch vier ausstehenden Spielen hat Berolina auf Platz 2 nun sechs Vorsprung auf Neukölln. „Der Zug ist abgefahren, wenn Bero nicht noch strauchelt. Glaube ich aber nicht“, so Czyplis.

Türkiyemspor II – Moabiter FSV II … 4:0 (1:0)

Karma! Moabit sollte einfach in Unterzahl spielen. Coach Alexander Wegener hatte ja angekündigt, nur mit zehn Mädels nach Kreuzberg fahren zu können. Das wäre auch überraschender Weise nicht weiter tragisch gewesen, stellte sich doch heraus, dass auch Türkiyemspor nicht mehr Spielerinnen aufzubieten hatte. Die Crux: Bei Moabit musste eine Akteurin kurzfristig mit ihrem Freund ins Krankenhaus. „Was soll ich sagen? Da kann man nichts machen“, so Wegener. Der FSV machte seine Sache auf dem riesigen Platz an der Blücherstraße ganz ordentlich, kombinierte sich sogar zweimal schön vor des Gegners Gehäuse, spielte aber in beiden Fällen den Angriff nicht sauber zu Ende.

Dilara Günes (li.) brachte Türkiyemspor mit ihrem 1:0 auf die Siegerstraße. Foto: Matthias Vogel

Eine missglückte Spieleröffnung von Moabits Teilzeit-Torhüterin Joy Guobadia nutze Türkiyemspors Beste Dilara Günes nach einer halben Stunde zur Führung. Moabit spielte auch während der zweiten Schicht gut mit, drehen konnte der FSV die Partie aber nicht. Das 2:0 fiel nach einem Freistoß aus dem Halbfeld und unfreiwilliger Kopfball-Verlängerung von FSV-Stürmerin Sara Estevez zur Torschützin, beim 3:0 verschätzte sich Guobadia, deshalb verfing sich ein Distanzschuss noch in den Maschen ihres Kastens, obwohl sie ihn leicht hätte erreichen können, und das 4:0 bereitete Günes schick über die rechte Seite vor, ihre verwaiste Kollegin brauchte nur noch einzuschieben. Wegener: „Ich denke, wenn wir komplett gewesen wären, hätten wir gute Chancen gehabt, hier etwas mitzunehmen.“

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