Wenn der Wurm drin ist …

von Matthias Vogel

Kreuzberg. In der Berlin-Liga gastieren die Fußballerinnen von Borussia Pankow bei Türkiyemspor. Pankows Trainerin Josi Ruß will wie schon im Hinspiel drei Punkte holen und die Chancen stehen gut, dem Top-Team aus Kreuzberg stehen gerade einmal elf Spielerinnen zur Verfügung. Die Partie am heutigen Samstag, 16. März, wurde auf den Kunstrasen an der Blücherstraße und auf 15.30 Uhr verlegt.

Gerne hätte Türkiyemspor-Coach Murat Dogan wegen der Personalnot die Partie auf Sonntag verlegt. „Dann hätten wir ein bisschen mehr Luft gehabt.“ Es wäre genauer gesagt schon ein tieferes Durchatmen gewesen, denn Leistungsträgerin Aylin Yaren hätte dann die Kickschuhe schnüren können. Über die sozialen Medien hatte sie die Rückkehr von ihrer Indien-Freestyle-Reise für Sonntag angekündigt. Pankow ließ sich jedenfalls nicht auf das Verschieben ein, „und nun ist es eben so wie es ist“, konstatierte Dogan. Von den elf einsatzfähigen Spielerinnen seien auch noch drei angeschlagen, Kapitänin Sinem Solmaz quäle sich zum Beispiel schon seit Wochen mit einer Verletzung über die Plätze und auch Winter-Neuzugang Hülya Kaya sei nach einer Magen-Darm-Verstimmung noch nicht wirklich fit.

Auf den Schultern der Türkiyemspor-Kickerinnen Zehra Badem (7) und Erika Szuh (re.) lastet in Zeiten knapper Belegschaft viel Verantwortung. Foto: Matthias Vogel

Ausgerechnet jetzt – so wird man in Kreuzberg sagen – fährt Pankow an der Blücherstraße vor. Die Mannschaft also, die das Hinspiel mit 4:1 gewonnen hat und auch jetzt vor Selbstbewusstsein strotzt. „Wir freuen uns auf das Spiel und wir wollen gewinnen“, kündigt Ruß an. Einen Hinweis, wie ihre Borussinnen das schaffen sollen, gibt sie auch: „Früh attackieren, denn wenn Türkiyemspor eine Schwäche hat, dann in der Abwehr.“ Ruß muss auf Verena Baier verzichten, ihr Fehlen könne aber ganz gut durch Elisa Zweidorff aufgefangen worden. Zweidorff kam in der Winterpause vom BSC Marzahn an die Pichelswerder Straße und hat sich bestens eingelebt. Ansonsten sind auf dem Borussen-Schiff alle an Bord.

Weichenstellung für Türkiyemspor

Dünne Personaldecke hin oder her: Für Türkiyemspor stellen sich heute die Weichen für den weiteren Saisonverlauf. Denn mit einer Niederlage dürfte die Dogan-Elf Abschied nehmen von Titelkampf und Aufstiegsträumen. Klar wäre noch nicht alles verloren, aber die Konkurrenz aus Staaken und Köpenick wirkt stabiler. Dogan weiß das: „Krankheit, Verletzungen, persönliche Probleme – bei uns ist echt der Wurm drin. Und wenn er einmal drin ist, ist es schwer, ihn auf die Schnelle wieder heraus zu bekommen. Das habe ich schon sehr oft erlebt im Fußball.“


Titelbild (Matthias Vogel): Im Hinspiel fehlte es Türkiyemspor gegen eine starke Borussen-Defensive an Durchlagskraft.

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