Höhe Meeresspiegel

von Matthias Vogel

Steglitz. Die Fußballerinnen des SFC Stern 1900 haben am vergangenen Sonntag gegen das Schlusslicht der Regionalliga Nordost 1. FFC Fortuna Dresden sicher mit 3:0 gewonnen. Alle drei Treffer vor heimischer Kulisse fielen zu den viel zitierten „psychologisch wichtigen Zeitpunkten“.

Ein Blitztor nach sieben Minuten, eines kurz vor der Pause – beide durch Emina Wacker – dazu eines direkt nach dem Seitenwechsel durch Cheyenne Selmke, die damit nach langer Verletzung ihr Comeback veredelte. Und schon war der Drops gelutscht. In Abwesenheit von Trainer Harald Planer kommentierte Teammanagerin Saskia Steiger den ungefährdeten Dreier so: „Wir waren über die gesamte Spieldauer klar überlegen und haben noch einige Torchancen liegengelassen.“ In Anbetracht der angespannten Personalsituation – Leistungsträgerinnen wie Anina Sange (krank) und Jaqueline Behrends (Knieprobleme) fehlten, drei Spielerinnen aus der Zweiten komplettierten den Kader – sei das aber eine recht souveräner Auftritt gewesen.

Cheyenne Selmke schickt Nicole Schröder – eine Situation, auf die Sterner Fans wegen der Verletzung Selmkes lange verzichten mussten. Foto und Titelbild: Sophia Skuratowicz

Neuen Aufschluss gibt das Ergebnis freilich nicht. Im bisherigen Verlauf der Saison war das Sterner Hemd gegen die großen Fünf der Liga, Viktoria, Union, Leipzig, Magdeburg und Hohen Neuendorf, immer zu kurz gewesen, gegen die unteren Teams gab es hingegen zumeist überzeugende Siege – nun eben einen mehr. Eines von Planers Zielen für die Rückrunde lautete daher, die Topteams so gut es geht zu ärgern, am liebsten aber gegen sie zu punkten. Dazu haben die Steglitzerinnen schon am kommenden Sonntag die Gelegenheit, dann gastieren sie nämlich beim Tabellenvierten Magdeburger FFC (14 Uhr). Fast könnten sich Coach und Team deshalb noch nachträglich ärgern, am vorvergangenen Spieltag bei der zweiten Garnitur des Zweitligisten FF USV Jena mit 1:2 den Kürzeren gezogen zu haben. Hätte Emina Wacker ihren alleinigen Sturmlauf in der Anfangsphase der Partie mit der Führung gekrönt, wäre es für Stern nicht nur beim elften Saisontreffer von Nicole Schröder geblieben, der ihr per „verunglückter Flanke“ gelungen war (40.). Vielleicht hätte anstatt der 1:2-Niederlage sogar ein Dreier heraus geschaut und dann wäre Hohen Neuendorf auf dem fünften Tabellenplatz nur noch drei Punkte weg gewesen.

Es bleibt wohl bei der Dreiklassengesellschaft

Zu viele Konjunktive, aber auch nicht wirklich Grund zur Trauer. Denn wenn sich das in Steglitz fast schon traditionell gut gefüllte Lazarett nicht bald lichtet, dürfte es ohnehin schwer bleiben, die Schwergewichte der Liga zu gefährden. Es wird wohl bei der Dreiklassengesellschaft in dieser Saison bleiben, mit Stern und Jena in der Mitte, sozusagen auf Meeresspiegelhöhe. Planer nimmt es eh gelassen. Vielleicht kann in dieser Spielzeit keine große Welle mehr geritten werden, allerdings droht ja auch kein Abdriften in den Abstiegsstrudel. Der Coach hat seine Checkliste folgerichtig erweitert: Junge Talente sollen vermehrt Einsatzzeiten erhalten und so fit gemacht werden für die kommende Spielzeit.


SFC Stern 1900 – 1. FFC Fortuna Dresden 3:0 (2:0). Sterne: Bartholdi, Progriebnaja (72. Hartmann), Gierig, Schröder, Heuser, Wacker, Goll, Lux, Selmke, Sohr, Bautista. Tore: 1:0, 2:0 Wacker (7., 40.), 3:0 Selmke. Schiedsrichterin: Patrizia Egner. Zuschauer: 50.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: