Rießler fordert Reaktion

Fußballerinnen des FC Viktoria 1889 erwarten Blau-Weiß Hohen Neuendorf

von Matthias Vogel

Lichterfelde. Schnell in die Erfolgsspur zurückfinden heißt es für den Tabellenführer der Regionalliga Nordost am morgigen Sonntag, 10. März. Viki-Coach Roman Rießler fordert nach der 0:2-Pleite in Leipzig am vergangenen Wochenende eine klare Reaktion von seiner Elf. Sein Hohen Neuendorfer Pendent Rene Zampich würde nur zu gerne Spielverderber sein: „Wir wollen unbedingt gewinnen.“

Rießler bat seine Schützlinge am Samstag zu einer kurzen Trainingseinheit, um sie ein bisschen besser auf den in der Rückrunde noch ungewohnten Naturrasen im Stadion Lichterfelde einstellen zu können. Nach der Übungsstunde war er zuversichtlich. „Die Trainingswoche war insgesamt in Ordnung. Ich denke schon, dass die Mädels eine passende Antwort auf den mauen Auftritt bei RB Leipzig finden werden.“ Die Auffassung seiner Spielführerin Marlies Sänger geht in die gleiche Richtung: „Das wird ja ein ganz anderes Spiel. RB konnte uns auf seinem kleinen Kunstrasen sofort und aggressiv anlaufen, damit sind wir nicht zurecht gekommen. Aber jetzt spielen wir auf unserem riesigen Rasenplatz. Da ist das in der Form nicht möglich.“ Überhaupt will Sänger die Niederlage zum Auftakt des Restprogramms nicht überbewertet wissen. „Also wenn man gegen jemanden verlieren kann, dann gegen RB oder Union. Das sind mit uns nun mal die stärksten Teams. Aber deshalb ist ja jetzt nicht plötzlich alles schlecht, was vorher in Ordnung war.“

Jule Reh spielte eine gute Vorbereitung und ist immer eine gute Wahl, wenn Tempo gefragt ist. Foto: Matthias Vogel

Vor dem Duell mit Blau Weiß Hohen Neuendorf kommt die Verbal-Offensive von Gäste-Trainer Rene Zampich schon überraschend. Im Viertelfinale des Polytancups hatte sich seine gerade einmal zwölf Köpfe zählende Truppe zu einem 1:0-Sieg, begünstigt von einem kapitalen Abwehrschnitzer des Gegners FC Internationale. Zampich selber kritisierte die Leistung deutlich, jetzt, zwei Wochen später, glaubt er fest daran, den Dreier vom Ostpreußendamm entführen zu können. Er sagt auch warum: „Gegen Marzahn waren wir sehr gut, zum Abschlusstraining waren 16 Mädels da und sie sind alle heiß auf einen Sieg.“ Noch etwas lässt ihn auf eine Überraschung hoffen. Im Hinspiel – Viktoria triumphierte mit 5:0 – hätte man den Gästen schließlich vier der fünf Treffer geschenkt.

Eyline Jakubowski (li.) könnte auf der Sechs kicken, oder aber auf einer der Halbpositionen der Mittelfeld-Raute. Wegzudenken aus der Start-Elf ist sie kaum. Foto: Matthias Vogel

Wie es nun wird? Man darf gespannt sein, der Ball rollt ab 14 Uhr. Unterschätzen wird Viktoria Hohen Neuendorf nicht dürfen, aber Rießler hatte schon vor Zampichs Kampfansage ohnehin mahnend den Zeigefinger gehoben. „Bei aller Zuversicht müssen wir schon auch vorsichtig sein“, sagte er. Wie er taktisch gegen die Konkurrenz aus dem Norden Berlins spielen lassen wird, wusste er noch nicht ganz genau. Die Gäste müssen auf zwei Varianten im 4:4:2 gefasst sein, denn Viktoria agierte in der Testphase auch gerne mal mit einer Mittelfeld-Raute anstelle der bewährten flachen mittleren Reihe – und zwar mit Erfolg, wovon Pokalgegner Berolina Mitte ein Lied zu singen weiß.

Zampich setzt noch einen drauf

Die Himmelblauen müssen auf Tatjana Fandre (Urlaub), die Dauerverletzten Nadine Heinrich und Dilara Agac sowie die rotgesperrte Offensivkraft Dilara Türk verzichten, Zampich sagte, sein Kader sei nominell nicht mehr so stark wie in der Hinrunde. Das hinderte ihn aber nicht daran, noch einen drauf zu setzen. Am 28. März treffen die beiden Teams im Pokal-Halbfinale in Hohen Neuendorf erneut aufeinander: „Unser Ziel ist es, beide Spiele zu gewinnen.“


Titelbild (Matthias Vogel): Ein Bild aus dem Hinspiel, das Viktoria (rot) klar für sich entschied.

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