Den Spitzenreiter gestürzt

Aufsteiger SC Staaken verliert nach 2:4 bei Blau-Weiß 90 die Tabellenführung

von Daniel Kübler

Tempelhof. Irgendwann musste es dann mal passieren. Wer würde das erste Team der Berlin-Liga sein, das den SC Staaken sportlich bezwingen kann? Die Antwort ist seit heute bekannt: Blau-Weiß 90. Am Ende stand auf dem Tableau ein klares 4:2. Und das war mehr als verdient.

Das Spitzenspiel war gut anzusehen: beide Teams agierten zu Beginn taktisch sehr diszipliniert, ließen den Ball über einige schöne Ballstaffetten laufen. Staaken hatte mehr Ballbesitz, Blau-Weiß stand hinten aber absolut sicher und ließ kaum etwas zu. Die einzigen Möglichkeiten der Gäste waren die gefürchteten Distanzschüsse von Kapitänin Julie Illmann. Die gab es auch heute wieder mehrfach zu bestaunen – allerdings ohne die sonstige Präzision, so dass alle Versuche – vier an der Zahl vor der Pause – rechts am Tor vorbeigingen.

Kaum ein Durchkommen gab es für Staakens Spitze Messalina Ebel und ihre Kameradinnen, hier macht ihr Isabelle Schumann das Leben schwer. Foto: Matthias Vogel

Anders die Blau-Weißen: Constanze Hess nutzte einen dicken Patzer von Staaken-Torfrau Jessica Otto und luchste ihr den Ball ab – 1:0. Und Hess durfte noch mal – und wieder sah Otto nicht gut aus: Als die Staaken-Keeperin kurz vor der Pause Anna-Sophie Fechner im Strafraum völlig übermotiviert abräumte, gab es zurecht Elfmeter – und Hess stellte auf 2:0. Wer nun dachte, Staaken würde mit Macht aus der Kabine kommen, wurde enttäuscht. Stattdessen agierte Blau-Weiß nun mit der Führung im Rücken sogar noch mutiger und zielstrebiger. Doch den Treffer machte dennoch Staaken: Maxi Woelke wurde am rechten Strafraumeck prima freigespielt und hob den Ball über die herausstürzende 90er-Torhüterin Jamie Tißler hinweg zum 2:1 in die Maschen.

Staakens Top-Torschützin Julie Illmann hatte ausgerechnet im Topspiel ihr Visier nicht richtig eingestellt. Foto: Matthias Vogel

Die Partie wurde nun hektischer – auch weil von draußen immer wieder Unruhe ins Spiel gebracht wurde. Diese konnte Blau-Weiß besser verarbeiten: In den letzten 20 Minuten ließ man unzählige große Chancen aus, netzte aber auch noch zweimal ein. Das 3:1 von Jana Teodoridis war dabei ein prächtiger, direkt verwandelter Freistoß, bei dem sich Otto einmal mehr verschätzte. Ein bisschen Ping-Pong gab es dann beim 4:1, ehe Isabelle Schumann die Kugel aus zwei Metern über die Linie drückte. Und Staaken? War zu diesem Zeitpunkt geschlagen – durfte aber auch noch mal: Illmann verwandelte einen berechtigten Foulelfmeter zum 4:2-Endstand mit dem Schlusspfiff.

Staakens Trainer Illmann zollte Blau-Weiß durchaus seine Anerkennung: „Wir haben verdient verloren aufgrund der zweiten Halbzeit.“ Die Meisterschaft abschreiben wird er deswegen sicher kaum; noch zu viele Spiele stehen an.  


Blau-Weiß 90 – SC Staaken 4:2 (2:0). Blau-Weiß: Tißler, Enge, Fechner (78. Düwel), Schumann, Würtz (52. Reizig), Hess, Felsch, Lorenz, Primann, Wenk, Teodoridis. Eingewechselt: Reitzig, Düwel. Staaken: Otto, Albrecht, Feldhahn, El Bahry (65. Zukierska ), Illmann, Moschko, Ebel, Fiedler, Sinka, Stegermaier, Woelke. Tore: 1:0, 2:0 Hess (21., FE, 44.), 2:1 Woelke (58.), 3:1 Teoderidis (71.), 4:1 Schumann (74.), 4:2 Illmann (FE, 90.+3). Schiedsrichter: Jörg Zielsdorff. Zuschauer: 20.

Titelbild (Matthias Vogel): Constanze Hess (re.), wieder einmal an vorderster Front tätig, heimst die Glückwünsche für ihren Führungstreffer ein.

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