Blau-Weiß 90? Ist am Start!

Verfolger des Spitzentrios lässt dem zweiten Anzug von Hohen Neuendorf keine Chance

von Matthias Vogel

Die Sp.Vg. Blau Weiß 90 Berlin bleibt mit einem hoch verdienten 4:0-Erfolg zuhause gegen B. W. Hohen Neuendorf II hinter den großen Dreien der Liga – Staaken, Union II und Türkiyemspor – in Lauerstellung liegen. Der Sieg hätte durchaus höher ausfallen können.

Mariendorf. Weil die Gäste auf ihrer Homepage ungeschickter Weise verlauten haben lassen, die ersten beiden Spiele ihrer Berlin-Liga-Elf als Testspiele für ihre Regionalliga-Garnitur nutzen zu wollen, herrschte kurz vor dem Start der Rückrunde großer Aufruhr. Von Wettbewerbsverzerrung war auf Facebook die Rede, auch wurde die Forderung an den Verband laut, eine Regelung zu finden, die das Durchschieben beliebig vieler Spielerinnen in die weiter unter spielende Mannschaft zum Start der Rückrunde verhindern möge. Alle Empörung war umsonst, mehr als drei Spielerinnen hatte die Zweite der Gäste nicht im Kader, die in dieser Saison schon einmal auf dem Spielbericht der Ersten auftauchten.


Torschützinnen unter sich: Isabell Schuhmann wartet zum Abklatschen auf Anna-Sophie Fechner (7). Foto: Matthias Vogel

Mit der Vorbereitung auf die Rückrunde hält bei der Auswahl ehemals höherklassig kickender Frauen ein neuer Mann die sportlichen Geschicke in der Hand. Fred Glatt musste seinen Hut nehmen, jetzt hat Clemens Haack, ehemaliger B-Juniorinnen-Coach beim Nachbarn Viktoria, das Sagen. Nach dem Spiel stellte er fest: „Wir haben das von Anfang bis Ende gut durchgespielt. Der Gegner hatte eigentlich nur dann Chancen, wenn wir sie dazu eingeladen haben. Wir hätten uns einige Male häufiger für die gute Leistung belohnen können, aber ich bin auch so sehr zufrieden.“ Dafür, dass er einen entspannten Nachmittag verbringen konnte, sorgte zunächst Isabelle Schuhmann. Elena Felsch war auf der linken Seite bis zur Grundlinie durchgesaust und hatte den Ball mustergültig in den Rückraum gelegt. Schuhmann war mitgelaufen, erreichte das Zuspiel an der Torraum-Kante und nagelte den Ball mit links halbhoch in die Maschen (12.).

Constanze Hess (orangefarbene Sohle) war einst gefürchtet vor des Gegners Kiste, ist mittlerweile aber zur Innenverteidigerin mutiert – was sie allerdings genauso gut kann wie Tore schießen. Foto: Matthias Vogel

Zwanzig Minuten später münzten die Gastgeberinnen ihre drückende Überlegenheit zum zweiten Mal in Zählbares um. Eine Ecke von der linken Seite rutschte einer Hohen Neuendorfer Spielerin über den Scheitel, am zweiten Pfosten hielt Innenverteidigerin Julia Primann den Außenrist hin: 2:0 (32.). Alle Viertelstunde ein Tor, schien die Devise der 90er zu lauten. Denn nach knapp einer Stunde traf Anna-Sophie Fechner nach einem langen Flugball der überragenden Spielmacherein Jana Teoderidis in den Lauf ins Schwarze. Einmal hüpfte das Spielgerät noch auf, ehe Fechner es gekonnt an der herauseilenden und machtlosen Torhüterin Anja Wiese vorbei in die Maschen bugsierte (57.). Teoderidis goss das Ergebnis dann gut eine weiter Viertelstunde später in eine dem Spielverlauf angemessene Form. Eine Ecke von rechts drosch sie mächtig scharf auf den kurzen Pfosten, der Abwehrversuch der bedauernswerten Linda Friedrich landete im eigenen Tor, 4:0 (76.).

Egal ob durch Standards oder aus dem Spiel heraus: Blau Weiß 90 Berlin war stets brandgefährlich. Foto: Matthias Vogel

Ob der klar verteilten Kräfte auf dem Feld hätte die Partie wohl auch keine Wendung genommen, wenn Maike Resing beim Stand von 3:0 per Foulelfmeter der Anschlusstreffer für Hohen Neuendorf gelungen wäre. 90-Keeperin Jamie-Lee Tißler hatte Josefine Mages zu Fall gebracht, parierte dann aber den schlecht geschossenen Strafstoß von Resing. Bemerkenswert war die positive Einstellung der Regionalliga-Reserve, die auch nach dem 4:0 die Suche nach dem Ehrentreffer nicht aufgab. Das bescherte der Elf von Trainerin Steffi Kiehne in der Schlussphase mehr gute Möglichkeiten, als in der gesamten Spielzeit zuvor. Erst verzog Carla Bresin einen Schuss aus aussichtsreicher Position, dann scheiterte Selina Grosch nach einer feinen Einzelleistung – sie vernaschte die gesamte gegnerische Deckung – erst an Tißler.

Auch noch Pech: Die Ecke von Jana Teodoridis lenkt Linda Friedrich in die eigenen Maschen. Foto: Matthias Vogel

Noch ein wenig an der Fitness seines neuen Teams feilen wolle er, sagte Haack nach dem Spiel. Ansonsten gelte es, die Rückrunde möglichst mit gutem Fußball und Erfolgen zu bestreiten. Der Anfang dafür ist gemacht.


Sp. Vg. Blau Weiß 90 Berlin – B. W. Hohen Neuendorf II 4:0 (2:0). 90: John (46. Tißler), Enge (72. Seidemann), Fechner, Schuhmann, Düwel, Felsch, Wuertz, Lorenz (72. Reitzig), Primann, Teodoridis, Hess. HND: Wiese, Tschammer, Jelitto, Bresin, Heinrich, Mages, Rauschenberg, Kerkloh (58. Friedrich), Grosch, Resing, Depenbrock. Tore: 1:0 Schuhmann (12.), 2:0 Primann (32.), 3:0 Fechner (57.), 4:0 Friedrich (ET, 76.). Schiedsrichterin: Viola Fiedler-Babin. Zuschauer: 13,5.

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