Unter Druck
* BSC Marzahn braucht dringend Punkte. Das Problem: Gastgeber SFC Stern auch

von Matthias Vogel

Hier der SFC Stern 1900, der nach eigenem Anspruch zuhause gegen den Vorletzten zu punkten hat, auch um nicht selber in den Tabellenkeller abzurutschen. Dort der BSC Marzahn, ein ins Trudeln geratenes Flaggschiff des Berliner Frauenfußballs, das den Untergang aus der Regionalliga unbedingt verhindern möchte und seine Chance in den Spielen gegen Teams wie Stern sieht. Sonntag, 28. Oktober: Ab 14 Uhr wird es spannend.

Steglitz. Für den SFC Stern steht das Spiel heute unter anderen Vorzeichen als in den meisten Fällen in der Regionalliga: Die Steglitzerinnen sind heute mal der Favorit und wollen diese Rolle auch unbedingt annehmen. „Natürlich wollen wir hier auf unserem Platz gewinnen“, sagt 1900-Coach Harald Planer. Zwar sei die personelle Situation noch immer nicht so, wie er sie sich wünsche, aber immerhin deutlich besser als noch im September. Im Berlin-Duell gegen Marzahn muss er auf Clara Lautenbach und Susan Heuser verzichten, hinter dem Einsatz von Mittelfeldstrategin Anina Sange steht wegen Krankheit ein Fragezeichen. Nach der desaströsen zweiten Hälfte vor zwei Wochen gegen den SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf war die Planer-Elf am vergangenen Wochenende beim 1. FC Union Berlin erfolgreich auf Wiedergutmachungs-Kurs. Zwar gab es an der 1:3-Niederlage insgesamt nichts zu rütteln, allerdings ließ Stern bis zum Schluss nicht locker und fast wäre sogar noch das 2:3 geglückt.

DSC09608
Der BSC Marzahn gastiert auf dem „Sterner“ und will punkten. 1900-Kapitänin Leonie Sohr haben etwas dagegen. Foto: Matthias Vogel

Planer hofft nun, dass sein Team die tolle Moral aus Köpenick für den heutigen Auftritt auf dem heimischen Sterner konserviert hat. Grundvoraussetzung für den Erfolg. „Das wird heute nämlich ein ganz hartes Stück Arbeit“, sagt der Trainer. „Normaler Weise stehen wir kompakt und setzen Nadelstiche. Heute wird das Marzahn versuchen und wir werden das Spiel machen müssen. Dabei müssen wir in der Rückwärtsbewegung höllisch aufpassen.“

Gegen die direkte Konkurrenz knapp verloren

Der BSC Marzahn ist langsam aber sicher unter Zugzwang. Erst einen Zähler konnte das Team aus dem Osten Berlins verbuchen. Gegen Stern rechnet sich die Truppe von Trainer Harald Lindner mindestens einen weiteren aus. Allerdings wäre es Team-Managerin FRanziska Schöber lieber gewesen, wenn das Punktehamstern schon früher begonnen hätte. „Wir wussten nach den ganzen Abgängen und dem schweren Auftaktprogramm, dass es hart werden würde in dieser Spielzeit. Wir hatten dann erste Erfolge in den Spielen gegen Bischofswerda und Leipzig-Süd auf dem Zettel, waren in beiden Spielen auch gut, haben sie aber beide leider unglücklich und knapp verloren.“

DSC09616
Tamara Schwabe kam gegen Hohen Neuendorf und Union auf dem Flügel nicht so zur Geltung, das soll gegen Marzahn anders werden. Foto: Matthias Vogel

Nun will der BSC also aus Steglitz Zählbares entführen. Erneut keine leichte Aufgabe, nur etwa 20 Prozent der Mannschaft haben Regionalliga-Erfahrung vorzuweisen, der Rest kam zu Saisonbeginn aus der Jugend oder unteren Spielklassen nach Marzahn. Entwicklungen, wie sie die gerade erst 18 Jahre alt gewordene Innenverteidigerin Michelle Rasche nimmt (Schöber: „Sie wird immer stärker“), brauchen Zeit. Zeit, die der BSC Marzahn eben nicht hat.

Würzige Partie auf Augenhöhe

Unter der Führung der etablierten Kräfte, wie Stefanie Henke, Kapitänin Paula Schöber oder Vildane Elezi soll das Team daher schnell, am besten schon heute punkten. Stammtorhüterin Cecilia Kuntz hat sich Studium bedingt nach Amerika verabschiedet, Michelle Fansel und Luana Pranten weilen noch im Urlaub, ansonsten hat Lindner alle an Bord. Kraft und Zuversicht, so Franziska Schöber, beziehe die Mannschaft aus der beherzten Vorstellung gegen den Klassenprimus Viktoria, als Marzahn der Führungstreffer zum 1:0 gelang und später auch durchaus der Ausgleich zum 2:2 hätte fallen können. „Angst haben wir keine, auch nicht vor Stern. Und die Mannschaft glaubt an sich“, so die Team-Managerin, die eine Partie auf Augenhöhe und mit Derby-Charakter erwartet: „In den Berlin internen Begegnungen ist ja traditionell viel Pfeffer drin.“

Titelbild (Matthias Vogel): Sina Gierig.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

von Anders Noren.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: