Gipfeltreffen in Lichterfelde
Schlüsselfrage: Wie gut kommen die Viki-Girls mit dem Pressing von RB Leipzig zurecht?

von Matthias Vogel

Die Frauen des FC Viktoria 1889 Berlin müssen am morgigen Sonntag, 2. September, tief in ihrem Werkzeugkoffer kramen. Denn es gilt ein dickes Brett zu bohren. RB Leipzig kommt zum Spitzenspiel der Regionalliga Nordost ins Stadion Lichterfelde. Anpfiff ist um 14 Uhr. 

Lichterfelde. Es war in der Rückrunde der vergangenen Saison, als die Viki-Girls nach der 0:1-Niederlage gegen die Rasenballsportlerinnen über deren körperliche Präsenz und unangenehmes Pressing klagten. Nicht, dass es unfair zugegangen wäre, vielmehr war die intensive Gangart der Leipzigerinnen ungewohnt für sie. Der Vierte der Vorsaison hat sich zur neuen Spielzeit mit vier Spielerinnen aus höheren Klassen verstärkt, wie zum Beispiel mit Mittelfeld-Ass Marie-Luise Herrmann, die bis 2013 für Lokomotive Leipzig in der Bundesliga spielte und nun zusammen mit Trainerin Katja Greulich vom Bel-Etage-Absteiger USV Jena nach Leipzig wechselte. Es ist also eher anzunehmen, dass Viktoria eine noch steifere Brise um die Nase wehen wird als beim letzten Vergleich. Um sich auf den Gegenwind vorzubereiten, hat Viki-Coach Roman Rießler in den jüngsten Trainingseinheiten viele Überzahl-Unterzahl-Spiele auf engem Raum angeboten und sein Team Lösungen erarbeiten lassen, wie sich Drucksituationen, verursacht durch frühes Anlaufen oder geschicktes Zustellen, zu entziehen ist.

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Immer für ein Tor gut ist Hülya Kaya (re.). Foto: Matthias Vogel

Auch wenn der Gegner laut Rießler „eine andere Nummer“ sei als der Magdeburger FFC zuletzt, verstecken solle sich seine Elf nicht. Warum auch? Das Dutzend Treffer aus den ersten beiden Saisonspielen zeigt ja, dass die Stärken der Viktoria auch in der Offensive liegen. „Wir müssen aber im Spielaufbau sicher variabler agieren als sonst“, sagte Rießler nach der abschließenden Übungseinheit am Freitag. Also: Wenn nötig, auch das eine oder andere Mal einen langen Ball in Erwägung ziehen, um die erste oder zweite Leipziger Reihe zu überspielen. Gelingt das, glaubt der FC-Trainer auch an Torchancen: „Leipzig ist in der Defensive nicht unverwundbar.“

Ein absolutes Topspiel

In einem Interview mit dem Sportbuzzer der Leipziger Volkszeitung sagt RB-Trainerin Katja Greulich, ihr Auftrag laute, talentierte Spielerinnen auszubilden. Wenn dabei mehr herum käme, umso besser. Doch wer einen jungen, hungrigen und nachweislich starken Kader mit einem Gerüst erfahrener Spielerinnen aus höheren Gefilden verstärkt, der ist sicher nicht nur auf Jugend forscht-Tournee. Das sagt auch Rießler: „Die wollen rauf.“ So wie die Viktoria. Das ist gut, das ist spannend, das beschert allen Freunden des Berliner Frauenfußballs ein absolutes Topspiel.

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Nach Urlaub wieder für die Viktoria dabei: Kreativspielerin Eyline Jakubowski. Foto: Julia Haake

Wieder am Start ist Eyline Jakubowski, fehlen wird hingegen Viktorias starke Sechs Nadine Heinrich. Der Neuzugang von Blau-Weiß Hohen Neuendorf zog sich beim Spiel gegen Magdeburg am vergangenen Wochenende einen Kreuzbandriss zu. „Das ist sehr bitter für sie und für uns“, sagte Rießler. „Wir spielen morgen auch für Nadine.“

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von Anders Noren.

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