Unglücklich am Coup vorbei
Wacker verteigender BSC Marzahn gerät durch umstrittenes Tor auf die Verliererstraße

von Matthias Vogel

Die Fußballerinnen des BSC Marzahn haben sich im ersten Spiel achtbar aus der Affäre gezogen und gegen den Favoriten FFC Magdeburg mit 0:2 (0:0) verloren. Die Partie umhüllte ein Hauch von Chaos.

Marzahn. Zunächst war die Begegnung um eine Stunde auf 15 Uhr verlegt worden, weil der Bus der Magdeburgerinnen in einen Unfall verwickelt war. Das Erstaunen allseits war groß, als Schiedsrichterin Jennifer Zeuke trotzdem darauf bestand, um 14.30 Uhr anzupfeifen. „Ich weiß nicht, warum sie das gemacht hat, wir hatten das mit dem Ansetzer ja genau vereinbart“, sagte Teammanagerin Franziska Schöber. Jedenfalls mussten sich die BSC-Spielerinnen relativ schnell auf das Spiel vorbereiten. Dann stellte sich heraus, dass beim Wechsel von Laura Biele von Blau-Gelb etwas schiefgegangen war, dem Neuzugang fehlte jedenfalls die Spielberechtigung. Weil die angeschlagene Stephanie Henke nach dem Aufwärmen das Handtuch werfen musste, standen dem BSC dann noch zwölf Spielerinnen zur Verfügung, inklusive Ersatztorhüterin Lea Grün. Und die musste dann auch noch prompt ab der 39. Minute auf das Feld, weil sich Juliana Heynen verletzte.

Keine guten Voraussetzungen, um einem ambitionierten Team wie Magdeburg Paroli zu bieten. Doch genau das gelang richtig gut. „Wir waren schon vorwiegend mit Abwehrarbeit beschäftigt und Magdeburg hatte auch Torchancen. Aber die waren nicht wirklich zwingend“, berichtete Schöber. Mit dem 0:0 zur Pause konnte der BSC bestens leben. Dass für ihn selber kein Torabschluss bis dato zu Buche stand, störte keinen großen Geist.

Tor aus abseitsverdächtiger Position

Die Entstehung des vorentscheidenden ersten Gegentreffer passte zum gebrauchten Tag: Nicole Woldmann bekam den Ball durchgesteckt und vollstreckte (63.), allerdings aus abseitsverdächtiger Position. „Ich habe ja selber gespielt und mich mit meinen Abwehrkolleginnen unterhalten. Wir waren uns sicher, dass sie im Abseits stand“, sagte Schöber. Nur sechs Minuten später machte Woldmann dann den Deckel drauf, diesmal blitzsauber. „Magdeburg kam nur über die Flügel und dieses eine Mal haben wir nicht aufgepasst.“

Zehn Minuten vor dem Abpfiff kassierte Alina Cibusch wegen einer Notbremse die Rote Karte, ebenfalls eine umstrittene Entscheidung. Paula Schöber hätte es kurz danach dennoch wieder spannend machen können, als sie den Anschlusstreffer auf dem Fuß hatte. „Das hätte noch einmal Kräfte freisetzen können“, resümierte Franziska Schöber. Aber weil sie eben nicht ins Schwarze traf, war die erste Saisonniederlage besiegelt. „In der Halbzeit hat es sich so angefühlt, als könnten wir das 0:0 auch bis zum Schluss halten. Deshalb ist das erste Tor so ärgerlich.“ Insgesamt sei man aber zufrieden mit der Leistung. „Wir müssen uns durch die ersten vier Partien gegen die Spitzenmannschaften durchhangeln. Danach kommen die Teams, mit denen wir uns auf Augenhöhe bewegen. Aber wir hatten uns das heute deutlich schlimmer vorgestellt.“


BSC Marzahn – FFC Magdeburg 0:2 (0:0). BSC: Westphal, F. Schöber, P. Schöber, Heynen (39. Grün), Elezi, Lüdtke, Mundstock, Rasche, Nummer 20, Cibusch, Kampe. Tore: 0:1, 0:2 Woldmann (63., 69.). Rote Karte: Cibusch (80.). Schiedsrichterin: Jennifer Zeuke.

Ein Kommentar zu „Unglücklich am Coup vorbei
Wacker verteigender BSC Marzahn gerät durch umstrittenes Tor auf die Verliererstraße

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  1. Hi Kevin. Wenn du ohne Kraftausdrücke schreibst, dass du das Spiel anders gesehen hast oder was dich gestört hat, würde ich den Kommentar freischalten. Sonst mache ich das natürlich nicht. Beste Grüße Matthias.

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