Hartes Auftaktprogramm
Inmitten des Umbruchs muss Marzahn gegen vier Topteams in Folge ran

von Matthias Vogel

Amtlicher Aderlass und vier Schwergewichte der Regionalliga-Nordost am Stück vor der Brust – für die Fußballerinnen des BSC Marzahn kommt es erstmal knüppeldick. „Abgeschenkt wird aber nichts“, verspricht Teammanagerin Franziska Schöber, auch nicht gegen den FFC Magdeburg, der am heutigen Sonntag, 19. August, um 15 Uhr gastiert.

Marzahn. Einen ordentlichen Umbruch muss das Team aus dem Osten der Stadt wegstecken. Mehr als ein halbes Dutzend Leistungsträgerinnen haben den Verein verlassen oder ihre Karriere beendet, die Neuzugänge kommen aus unteren Gefilden. Klar, dass der neue Trainer Harald Lindner, der zuvor die Männer des FC Nordost anleitete, die Vorbereitung nutzte, um überhaupt erst einmal ein Team zu formen. Das, so Schöber, sei gut gelungen, allerdings erlaube dieser Umstand auch nur die Ausgabe bescheidener Saisonziele: „Gesicherter Mittelfeldplatz.“

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Viele neue Gesichter beim BSC Marzahn. Foto: BSC Marzahn

Die beiden Polinnen Sandra Liechtensteiner und Aleksandra Flegel sind zurück in die Heimat gegangen, die beiden Marzahner Urgesteine Vicky Honig und Nicole Tietz haben ihre Fußballschuhe zugunsten ihrer Familien an den Nagel gehängt, Georgina Weinholz und Luise Becker zog es zum Verbandsligisten Lichtenberg 47, und Kapitänin Natalie Götze wechselte zum Ligakonkurrenten Union. Auf der Habenseite des Kader-Kontos verbucht der BSC die Neuzugänge Jette Wegner und Astrid Pankow vom Landesligisten SV Buchholz, Alina Cibusch (Union II) sowie den Blau-Gelben Dreierpack Michelle Fansel, Jennifer Mundstock und Laura Biele.

Dass die Integration talentierter Kickerinnen aus niederen Klassen funktionieren kann, hat Stephanie Henke in der vergangenen Saison bewiesen. Sie kam damals von Sparta Lichtenberg und schaffte sofort den Sprung in die Stammelf. Henke ist allerdings wohl eher die Ausnahme, was bedeutet: Harald Lindner hat einfach jede Menge Arbeit. Die hat er als Pensionär und wie er sie bislang nutzt, gefällt Schöber bestens: „Ein sehr ausgeglichener Trainer mit vielen neuen Ideen. Die Vorbereitung war gut, die Mädels hatten großen Spaß.“

Die Hochkaräter stehen Schlange

Das Arbeiten an einer schlagkräftigen Truppe ist nicht die einzige Hürde, die der BSC gerade meistern muss. Neuzugang Wegner brach sich den Fuß, Henke hat Knieprobleme, einige Spielerinnen verweilen noch im Urlaub, und dann ist da ja noch das Auftaktprogramm. Nach Magdeburg stehen drei weitere Meisterschaftsanwärter Schlange: RB Leipzig, Union, Viktoria. „Ist schon hart“, findet Schöber zu Recht. „Gegen dieses Teams sind wir Außenseiter. Wir werden uns an Mannschaften wie Aue, Leipzig-Süd und Bischofwerda orientieren.“ Das bedeute nicht, das abgeschenkt werde. „Wir versuchen auf jeden Fall, auch die Großen zu ärgern“, sagt sie.

Das Spiel an der Franz-Stenzer-Straße 45 findet um 15 anstatt um 14 Uhr statt, der Magdeburger Bus hatte einen Unfall, zum Glück ohne Personenschaden.

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