Wenn, dann richtig
Aufsteiger SC Staaken rüstet für die Berlin-Liga mächtig auf

von Matthias Vogel

Mit einem echten „Kracher“ hat Neu-Berlin-Ligist SC Staaken am Samstag, 28. Juli, seine Kaderplanung für die kommende Spielzeit abgeschlossen: Von Blau-Weiß Hohen Neuendorf wechselt die rumänische Nationalspielerin Monika Sinka zum Aufsteiger. Spätestens jetzt ist klar: Mit der Illmann-Elf muss schwer gerechnet werden.

Staaken. Begonnen hat der Aufschwung des SC vor zwei Jahren, als Julie Illmann (20 Jahre) sich dazu entschloss, den Regionalligisten FC Viktoria 1889 Berlin zu verlassen. Eigentlich nicht nur das – aufhören wollte sie sogar. Vater Stephan Illmann, als Trainer im Leistungsbereich der männlichen U17 des Vereins tätig, riet ihr davon ab und vielmehr dazu, einfach bei Staaken weiterzumachen. „Sie hat das dann an die Bedingung geknüpft, dass ich in irgendeiner Form mitmache.“ Diese Form hieß dann Chef-Coach.

 

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Neuzugang Jasmine Gehring, früher für Union und den FFC auf Torejagd, erzielte beim Test in Premnitz drei Treffer. Foto: Matthias Vogel

Im ersten Jahre unter Papas Ägide ballerte Julie Illmann den Club aus dem Westen des Bezirks Spandau dann erst einmal aus der Bezirksliga. Kimberly Stegermaier (21), ein „Sechser“ mit Lübarser Ausbildung und Verbandsliga-Erfahrung (Blau-Weiß 90 Berlin), schloss sich der neuen Landesliga-Truppe an und erwies sich als perfekte Ergänzung für die torhungrige Illmann. Die Folge: Die frühere Zweitliga-Spielerin von 1. FC Union Berlin kam noch besser zur Geltung, ließ den 33 Bezirksliga-Buden 37 Landesliga-Tore folgen und nun geht der SC Staaken als Landesliga-Champion eben in der Berlin-Liga an den Start.

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Schnelle Außenspielerin: Maxi Woelke sorgte für viel Wind auf dem rechten Flügel. Foto: Matthias Vogel

„Nach dem Aufstieg in die Landesliga habe ich die Mädels nach ihren Zielen gefragt. ,Klassenerhalt’, haben sie gesagt. Ich habe geantwortet: ,Dann aber ohne mich’“, erinnert sich Stephan Illmann. „Ich wollte das nur weitermachen, wenn weiterhin vernünftig trainiert wird und wir versuchen, oben mitzumischen.“ Diese Wenn-dann-richtig-Mentalität forcieren Verein und Coach weiter – und zwar ganz massiv.

 

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Stephan Illmann ist der Mann beim SC Staaken, der sagt, wo es lang geht. Foto: Matthias Vogel

Verlassen hat den Club niemand. Dafür hat sich Jasmine Gehring (20), auch ehemalige „Eiserne“ und zuletzt für den Landesligisten FFC am Ball, zu den Staakener Gipfelstürmerinnen gesellt, genauso wie Lisa Eichler (20) vom aktuellen Berlin-Liga Meister Blau-Weiß 90 Berlin und Lina Albrecht aus der U17-Bundesliga-Mannschaft von Turbine Potsdam, die es schon auf zwei Kurzeinsätze für den zweiten Anzug der erwachsenen Turbinen in der Zweiten Bundesliga gebracht hat. Von Wacker Lankwitz kam Messalina Ebel (24), in der Saison 2013/2014 Stammkraft beim Regionalligisten Viktoria war. Ach ja, und dann wären da noch Maxi Woelke (22) vom FSV Babelsberg, die beim jüngsten 6:2-Testspielsieg gegen Chemie Premnitz am vergangenen Freitag, 27. Juli, auf der rechten Außenbahn einen blendenden Eindruck hinterließ und die in besagtem Test bärenstark agierende Innenverteidigerin Pia Feldhahn (20) vom Regionalligisten Blau-Weiß Beelitz. Dazu kam jetzt noch die Kirsche auf der Sahne des Kuchens: Monika Sinka (28).

„Wir freuen uns riesig auf die Saison!“

Natürlich hat der SC Staaken auch die Gespräche mit möglichen Neuzugängen gesucht, aber der Verein ist durch den sportlichen Erfolg auch interessant für wechselwillige Spielerinnen geworden. „Wir haben wirklich auch viele Anfragen bekommen, ich weiß gerade selber nicht so recht, was hier los ist“, sagt Illmann. Wie auch immer, ein derart qualitativ hochwertiger, 28-köpfiger Kader, macht Eindruck. Die Liga wird sich warm anziehen müssen auch wenn Illmann die Trauben nicht zu hoch hängen mag. „Ich bin mit Prognosen oder großen Saisonzielen vorsichtig. Man weiß einfach nie, was passiert.“ Seine Kunst und auch die seiner Co-Trainer Detlef Kramer und Horst Gramsall sowie den Betreuern Ronald Bludau und Andreas Moschko – auf Teamplaying legt Illmann großen Wert – wird es sein, diese ganzen Trompeterinnen, Streicherinnen und Schlagwerkerinnen zu einem Konzert zusammenzufügen, das sich gut anhört. Darauf hat Illmann richtig Bock: „Wir freuen uns riesig auf die Saison!“

 

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