Busch, Boom, Bang!

Dank eines Doppelpacks von Daniela Busch haben die Fußballerinnen der Spandauer Kickers die Spitzenbegegnung der Landesliga 2:1 (1:1) gewonnen. Damit bleibt ihnen eine theoretische Aufstiegschance und Gastgeber FSV Hansa 07 die bittere Erkenntnis, dass so ein verflixtes Fußballspiel tatsächlich 90 Minuten dauert.

Kreuzberg. Soll sich doch das Phrasenschwein gerne an den fünf Euro laben! Daniela Buschs zweiter Streich folgte wirklich nur Sekunden vor dem Schlusspfiff. Die saß nach der Partie zusammen mit ihren Teamgefährtinnen zwischen den Umkleidecontainern und dem Backsteinhaus vor dem Kunstrasen-Rechteck an der Wrangelstraße und grinste über das ganze Gesicht. Es war ja auch sicher eines ihrer turbulenteren Spiele für SpaKi. Zunächst an vorderster Front platziert, egalisierte sie Hansas frühe Führung durch Sophie Duschl (4.), als ein Schuss ihrer Sturmpartnerin Isabelle Langer vom Bauch einer Hansa-Spielerin abprallte, ihr direkt vor die Füße fiel und sie aus acht Metern Entfernung entschlossen einnetzte (33.). Für die zweite Schicht beorderte sie Kickers-Coach Thomas Winzer dann etwas überraschend in die Abwehrkette, Ausflüge jenseits der Mittellinie unternahm sie nicht. Bis eben zur 90. Minute, da gab es mal eine Ecke für Spandau und wie man es als groß gewachsene Abwehrspielerin eben so macht, gesellte sich Daniela Busch zum Jetzt-oder-nie-Getümmel im Hansa-Strafraum. Lieber jetzt, dachte sie sich offenbar als der Eckball hereinsegelte, sprang hoch und köpfte mit Wucht aber eben auch unzureichend bedrängt den Siegtreffer. Das nächste Bild für die Zuschauer war ein orange-schwarzes Feier-Knäuel.

„Hansa war der erwartet schwere Gegner, das war ein ganz wichtiger Sieg“, freute sich Winzer mit. „Ich glaube zwar nicht, dass Borsigwalde noch Punkte abgibt, aber wir wollen wenigstens Dritter werden, das ist gut für die Moral und damit für unseren Plan, in der kommenden Saison aufzusteigen.“ Hansa-Routinier Andrea Pürstinger, die das schlaue Heber-Tor von Sophie Duschl ebenso schlau vorbereitet hatte, schüttelte noch immer ungläubig den Kopf, als sie ihr Resümee zog: „Wir bringen uns ja häufig selber um den Lohn, aber heute nervt es extrem.“

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Grenzenloser Jubel auf der einen Seite, Fassungslosigkeit auf der anderen – Daniela Buschs (Stirnband) Last-Minute-Treffer sorgte in der „Ritze“ für große Emotionen. Foto: Matthias Vogel

Um Pürstinger besser zu verstehen bleibt zu ergänzen, dass Hansa den deutlich besseren Start erwischte, schon den ersten Treffer der Kickers durch einen fahrlässigen Ballverlust im Spielaufbau begünstigte und Mitte der zweiten Halbzeit das Spiel für sich hätte entscheiden können, als Duschl zehn Meter vor dem Gästekasten blitzeblank gespielt wurde, doch kläglich an SpaKi-Torhüterin Sarah Möllers scheiterte. Danach sah es lange nach dem viel zitierten „leistungsgerechten Unentschieden“ aus, ehe Busch kam, und den Sekundenschlaf von Hansa eiskalt bestrafte.

FSV Hansa 07 – Spandauer Kickers 1:2 (1:1). Im nächsten Spiel bis zur letzten Sekunde hellwach: Stockbrügger, Droin (Hüntelmann), Pek, Pürstinger, Messow, Ostner, Schuster, Rothe, Glathe, Dube, Duschl. Für Winzers Post-Abpfiff-Jubelarie Deluxe verantwortlich: Möllers, Busch, Langer, Krüger, Nummer 12 (Meyer), Zierath, Peter, Großgebauer, Teutenberg, Smolkovic, Rust. Tore: 1:0 Duschl, 1:1 Busch (33.), 1:2 Busch (90.). Schiedsrichter: Dieter Löbert. Zuschauer: 15.

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